FLINTA* Brevet 2026: Nachlese von Eva

Bevor schon wieder das nächste Event startet, schnell noch den diesjährigen FLINTA* Brevet Revue passieren lassen… Danke an Eva und Toni fürs Organisieren und Aufschreiben:

Mit dem Brevet-Organisieren ist das so ähnlich wie mit dem Fahren selbst. Warum mache ich das, geht es mir durch den Kopf, als der Wecker ungerührt um 4:40 Uhr klingelt.

Aber nach der schönen Erstausgabe war für Toni und mich klar: das wollen wir wieder. Also los!

Zwei Stunden später ist schon alles vergessen, und da sitzen wir noch nicht mal auf dem Rad, sondern an der Anmeldung im Amstel House Hostel. Ich bin begeistert über 60 gut gelaunte Gesichter, die nach und nach unsere Liste füllen. Einige Namen und Gesichter kenne ich vom letzten Jahr. Schön, dass so viele wieder gekommen sind! Und wenigstens braucht diesmal jemand meine Standpumpe, die sich auf dem Weg zum Start ständig im Helm verhakt hat.

Als letzte kommen die Organisatorinnen samt Besuch aufs Rad. Jetzt beginnt der Tag so richtig. Erst einmal die zwanzig Ampeln bis Hennigsdorf, dann sind wir im Grünen. Und wie grün es geworden ist! Noch beim Testen der Strecke im April überall karge Bäume. Auf einem Foto habe ich noch die Mütze unter dem Helm. Jetzt schimmert schon das erste Mohnfeld.

Hinter der Bäckerei Plentz in Kremmen sind wir halbwegs raus aus dem herben Wind und treffen auf andere Randonneurinnen. Die ersten Grüppchen haben sich gefunden. Eine verlassene Pumpe sucht in der Signal-Gruppe ihre Besitzerin.

Die häufigen Kontrollen machen die Strecke kürzer. Einmal durchs liebliche Löwenberger Land, ein bisschen unterhalten und die Schlaglöcher hinter Häsen umfahren, schon sind wir in Zehdenick. In der Touri-Info am Markt einmal Flaschen auffüllen und draußen versuchen, die Fahrerinnen vom 8bar-Overnighter abwerben, die hier unseren Weg kreuzen.

Richtung Friedrichswalde wieder verlassene Sträßchen. Ein autonomer Rasenmäher schleicht einsam über einen Sportplatz. Ein Eichhörnchen-Kind verschwindet im Gebüsch. Am Himmel ballen sich die Wolken und kühlen unsere Fahrt. Es bleibt aber trocken. Vielleicht haben wir im letzten Jahr genug Wetter-Karmapunkte gesammelt.

Am Werbellinsee hat Christoph es sich nicht nehmen lassen, seinen Verpflegungspunkt am Segelverein von der Strecke weg zu beschildern und mit Fahrradrahmen und Plakat zu schmücken. Obst, Kuchen, eigens belegte Brötchen. Es gibt sogar Kaffee! Nach 140 Kilometern ist tut es gut, auf einer Bank zu sitzen und die Kalorien sacken zu lassen.

Ein alkoholfreies Bier später sitzen mein Besuch und ich wieder auf dem Rad. Noch eine Hausrunden-Länge. Wald, Radweg, noch mehr Wald.

In Bernau fahren wir direkt am Bahnhof vorbei, etwas gemein. Aber wer würde sich jetzt noch die 200 Kilometer nehmen lassen?

Kurz vor der großen Stadt ist dann Schluss mit der Ruhe. Am Gesundbrunnen frage ich mich, wo die ganzen Menschen herkommen, so einsam war der Tag. Dafür sitzen wir im Amstel House noch entspannt zusammen.

Danke an alle, die mit uns gefahren sind. Was für ein schönes Miteinander!

Danke an Sascha und Ingo für Euren top Support und die Möglichkeit. Und besonders an Christoph für das Organisieren der reichhaltigen Verpflegungsstelle und Sabine für die fröhliche Unterstützung am Morgen.

Wir freuen uns auf nächstes Jahr!

Fotos: Antonia Hülsewig & Eva Ullrich

Ein Gedanke zu „FLINTA* Brevet 2026: Nachlese von Eva“

  1. Eva, ich mag die Art, wie du die kleinen Beobachtungen am Wegesrand in Worte fassen kannst 🙂 Das war wieder ein hervorragender Rad-Tag! Danke Eva für die tolle Strecke, Christoph für den Checkpoint und Sascha/Ingo für die Unterstützung bei der Orga!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert