Zur Vollmondfahrt treffen wir uns am Fr, den 28.8.26, pünktlich um 19:00 Uhr an der Spinnerbrücke (Imbiss Avus-Treff).
Es geht Richtung Süd-Westen, Wannsee-Stahnsdorf-Güterfelde-Saarmund-Tremsdorf-Fresdorf-Stücken- Blankensee-Schiass-Gröben-Fahlhorst-Nudow-Schenkenhorst-Güterfelde..
Zwischen Stücken und Blankensee kurze Pause (Bier oder Osterkuchen selber mitbringen!). Länge ca. 76km. Ziel ist S-Bhf. Grunewald, zum selber anpassen…
Ohne Anmeldung, einfach hinkommen, alles andere findet sich dann.
Da die erfolgreichen Rübezahlfarer und Innen alle sehr vereinzelt im Amstel eingetroffen sind, ist leider die obligatorische Nachbesprechung etwas zu kurz gekommen. Deshalb wollen wir uns am 16.08.2026 ab 16:00 Uhr im Amstel House treffen. Zum Eindrücke auszutauschen, Heldengeschichten hören, Bier Trinken, Fotos gucken…
Wir haben wohl einen Beamer zur Verfügung. Wenn also jemand was Zeigenswertes hat, gerne her damit, oder ins Amstel mitgringen.
Außerdem bringe ich vielleicht ein paar nicht benötigte Radsachen mit, eventuell finden sich ja Interessenten (abgelegte Täschchen und so). Und vielleicht haben auch Andere noch irgendwas, was sie verschenken oder tauschen wollen…
Alle sind herzlich eingeladen im Amstel nochmal recht spontan zusammenzukommen Randonneurslatein auszutauschen und Randonneurslatein zu spinnen.
Treffpunkt ist der S-Bhf. Jungfernheide, um 19:00 Uhr.
Die Strecke ist ca. 77km lang und führt uns durch Schönwalde-Glien, Neu-Velefanz, Oberkrämer, Marwitz, Hennigsdorf und zurück zum S-Bhf. Jungfernheide. Nach 40km gibt es einen schönen Rastplatz für die obligatorische Pause.
Die erste offizielle Austragung des Rübezahl Brevets (12.7.-16.7.2026) ist Geschichte, (fast) alle sind wieder wohlbehalten angekommen. Von den zuletzt 49 Angemeldeten hatten am Sonntag Nachmittag nur noch 32 den Mut wirklich zu starten. Wieder im Amstel House angekommen sind 20 FahrerInnen, davon 17 innerhalb der Zeit.
Es gab einen Unfall, nochmal vielen Dank an alle, die sich um die Erstversorgung von Michael gekümmert haben. Dank Helm und mit viel Glück gab es wohl „nur“ Schürfwunden. Michael hat sein vorzeitiges Finish genutzt, um die ersten Fahrer im Amstel zu begrüßen und mit Essen zu versorgen. Gute Besserung und vielen Dank für deinen Einsatz im Ziel, Michael! Die nächste Auflage von Rübezahl kommt und dein Startplatz ist sicher.
Nach 2 Jahren Vorbereitung war es endlich so weit, am Sonnstag Nachmittag trafen wir, das „Orga-Team“, Anke, Falk, Gerhard und Sascha uns im Amstel, um die Wagemutigen auf die Strecke zu schicken. Im Gegensatz zu den „normalen“ Brevets herrschte eine regelrecht familiäre Atmosphäre. Es wurden noch T-Shirts anprobiert, die Kalorienspeicher aufgefüllt und über die Strecke diskutiert.
In 2 Startgruppen ging es bei feinstem Sonnenschein und leichtem Rückenwind los, und das Orgateam machte sich ebenfalls auf den Weg Richtung Tschechien, um auf dem Campingplatz in Bucnice bei Adersbach die Versorgungskontrolle aufzubauen. Gerade rechtzeitig vor der Nachtruhe kamen wir dort an und trafen auf den zweiten Teil des Teams, bestehend aus Rainer, Sabine und Stefan.
Montag Vormittag wurde emsig alles aufgebaut und vorbereitet. Wir wussten ja nicht so genau, wann mit den ersten Fahrern zu rechnen war. Kurz vor zwölf kam dann der Erste Fahrer und das Kontrollteam hatte endlich was zu tun. Es wurden Suppe, Getränke und Duschmarken ausgegeben.
Dank der überschaubaren TeilehmerInnenzahl und des Streckenprofils kamen die Mitfahrer sehr vereinzelt, so dass es für niemanden Stress gab.
Man beachte das Verhältnis FahrerInnen/HelferInnen (2:5), voll stressig 🙂
Viele nutzten auch die gemieteten Hütten, um ein paar Stunden zu ruhen. Schön, dass das mit den Hütten geklappt hat, trotz Verständigungsschwierigkeiten mit der Rezeption. Aber es ist auf deutsch schon nicht einfach, zu erklären, dass gleich 30 Radfahrer kommen und in der 4-Bett-Hütte kurz schlafen wollen, um abends weiterzufahren.
Seit ich vor zwei Jahren an diesem Campingplatz vorbeigekommen bin, habe ich mir dort eine Kontrolle vorgestellt und immer schöner ausgemalt. Ich bin total froh und allen Beteiligten (HelferInnen und FahrerInnen) dankbar, dass alles genau so funktioniert hat, wie gedacht.
Es war mir eine Freude, die Fahrer dort begrüßen zu können, mit dem Wissen, dass man diesmal nicht selbst gleich wieder los muss.
Mehr zu tun hatte Gerhard, 80 Kilometer weiter, genau bei km500, an der Polnisch-Tschechischen Grenze. Er hatte an einem Biwakplatz weniger Infastruktur und war dort alleine. Trotzdem hat er ein großes Buffet aufgebaut, Tee und Kaffee ausgeschenkt und sich um die Teilnehmer gekümmert. Zeitweise haben wohl bis zu 12 Leuten bei ihm unterm Dach gelegen. Zwei Nächte hat Gerhard dort im Campingstuhl übernachtet, größten Respekt und vielen Dank!
Gerhards Buffet
Inzwischen ist das Spektakel vorbei und bisher kamen bei mir nur positive Rückmeldungen an. (Ja, es ist steil, es ist hart, und die Straßenqualität ist sehr divers. Aber das wussten wir ja alles vorher.)
Es kamen schon einige Rückmeldungen, die ich niemandem vorenthalten möchte.
Jan schreibt: Ganz großen Dank für Euren Einsatz! Es war wirklich ein Erlebnis der besonderen Art. Eine tolle Strecke, sehr Abwechslungsreich, unglaublich viele Eindrücke, ich bin immer noch geflasht. Die Tschechen sind ein so freundliches und hilfsbereites Völkchen, ich denke das Land ist in Bezug auf Radreise unterschätzt. Es war leicht fast überall Wasser/Snacks zu bekommen. Die Landschaft weit und nicht vollgebaut. Ich bin nicht einmal mit den Worten irgendwo begrüßt worden: „Ditt Fahrrad kann da aber nicht stehen bleiben…“ Meiner Meinung nach sollten sich die Brandenburger mal eine Scheibe von den Tschechen abschneiden… Aber wirklich herausragend war Eure Organisation und Betreuung auf dem Campingplatz. Jeder einzelne Wunsch wurde erfüllt, Geld geborgt, Zuspruch und Tipps verteilt, die beste Kartoffelsuppe serviert und mir sogar die persönliche Schlafmaske ausgeliehen. Ich weiß das wirklich sehr zu schätzen. Ich konnte mich nicht mehr von Euch verabschieden weil ich früh los wollte daher auf diesem Weg an Euch alle ein herzliches Dankeschön!
Ingolf schreibt: Mein erster 1200’er war ein Wechselbad zwischen Hochgefühl und Verzweiflung. Ich bin froh, durchgekommen zu sein, auch wenn ich das Zeitlimit gerissen habe. Der Weg hin zum Altvater war eine sehr schöne Strecke. Der Rückweg natürlich auch, obwohl er für mich die größere Herausforderung darstellte. Vielen Dank an Sascha und das super Helferteam. Vor allem die Damen waren sehr bemüht um unser Wohlergehen. Auch dem „Randonneurs- Urgestein“ Gerhard gebührt ein besonderer Dank für seine Unterstützung. PS: ich würde es wieder tun.
Benno schreibt: So, liebe Leute. Ich habe versucht, ein bisschen was aufzuschreiben, lasse es aber lieber doch bleiben. Wenn das mit dem Nachtreffen klappt, erzähle ich lieber wie es so lief. Es war auf jeden Fall ein Brevet für die Geschichtsbücher, für mich jedenfalls. Es war alles dran was ein Brevet braucht, nur auf einen Crash wie von Michael verzichten wir gerne für immer. Die Kontrollen waren mit Herz und Leidenschaft auf die Beine gestellt, vielen vielen Dank dafür! Und auch für die Route, sie war großartig und perfekt. Nur die einzige Bitte vorab an dich Sascha: benutze in der Streckenbeschreibung für die Anstiege gerne mal das Wort „steil“. Vor allem auf der Etappe zwischen Mladejov und Krumhermsdorf. Ich hörte einen Randonneur im dunklen neben mir sagen „is this really necessary?“ Herzlichen Glückwunsch an alle die es über die Strecke geschafft haben, für einige war es der erste 1.200er!
Und als krönender Abschluss ein ganzes Kunstwerk von Anke, mehr bleibt (fast) nicht zu sagen:
Es ist angedacht, eine Rübezahl-Nachbesprechung im Amstel zu machen, zu der Teilnehmer und Interessierte eingeladen sind. Wir sind noch bei der Terminfindung, Tendenz geht zum 16. Juli, das wird aber nochmal offiziell bekannt gegeben. Wir sind sehr gespannt auf eure Geschichten und Meinungen!
Am 30.6. ist mal wieder Vollmond(fahrt). Wer nicht anderweitig am Radfahren ist, ist herzlich eingeladen. Wir treffen uns um 19.00 Uhr am S-Bhf. Grünau, hier:
Start
An der Spreebrücke bei Mönchwinkel ist wieder kurze Pause für ein schnelles Getränk (selber mitbringen). auf dem Rückweg optional noch über den Müggelberg. Endpunkt des Tracks ist der S-Bhf. Köpenick. Ohne Anmeldung, ohne Startgeld, einfach pünktlich sein und Spaß haben!
Die Spannung steigt, die Teilnehmerinfos und der Track wurden verschickt, die Einkaufszettel für die Kontroll/Verpflegungsstellen werden geschrieben, Rübezahl-T-Shirts werden gehäkelt…
Dazu passend hier noch ein Bericht vom Preride 2025 von Jan-Oliver, der es bisher noch nicht auf die Seite geschafft hat:
Reisebericht: Rübezahl 2025 Die Nacht davor Morgen geht es los: 1200 km durch Polen und Tschechien und zurück. Es wird Berge geben, im Riesen-, Iser- und Altvatergebirge – auf dem Rückweg in der böhmischen Schweiz. Ich starte gemeinsam mit Raffael, morgen um 6 Uhr vom Amstel House. Der Wetterbericht ist furchtbar; wir werden sehen, wie es wird. Das Fahrrad ist gepackt: 15 kg ohne Essen und Wasser. 1,5 l Gel für Tag 1 und 2 sind bereit, etwas mehr noch im Gepäck. Ab ins Bett, 5 Uhr aufstehen. Los geht’s. Raffael und ich starten recht pünktlich um 6:15 Uhr, es regnet noch nicht. Checkpoint 1 Kontrollpunkt 1, in einer fantastischen Total-Tanke in Lübben. Der Regen hält sich bisher in Grenzen, es rollt gut. 100 km sind geschafft. Aus der Stadt raus war wie immer – eher schwierig: Schönefeld, Berufsverkehr, etc. Richtung Spreewald wurde es aber deutlich entspannter. Bisher läuft alles super: keine Pannen, keine Zwischenfälle, es rollt top. Ich spüre noch etwas Nervosität, ein flaues Gefühl im Magen, was in der Regel normal bei mir ist – beim Start zu einer großen Runde. Jetzt noch 40 Kilometer nach Cottbus und ca. 160 nach Görlitz, zur Grenze nach Tschechien.
Spreewald und Lausitz, Checkpoint 2 Der Tag entwickelt sich leider nicht ideal. Mein flauer Magen bessert sich nicht. Ich bekomme zunehmend Sodbrennen und Übelkeit. Die Nahrungsaufnahme gestaltet sich schwierig, die Leistung geht in den Keller. Pause im Krankenhausgarten in Spremberg. Susanne (meine Frau) ruft an: „Was ist passiert? Bist Du im Krankenhaus?“ Ich: „Nein, ich liege hier nur auf der Wiese und ruhe mich aus.“ Sie hatte meinen Standort auf dem Handy gesehen. Nach der Pause ging es etwas besser, aber nicht ideal. Ansonsten: Wunderbare Radwege durch den Spreewald und eine herrliche postindustrielle Heidelandschaft in der Lausitz. Heide, Birken – meine Lieblingslandschaft, etwas karg und unwirtlich; so stelle ich mir Sibirien vor.
Pause am Kaffee am See: Cola und alkoholfreies Bier helfen erst mal weiter. Weiter geht’s. Raffael schleift mich im Windschatten durch die Landschaft.
Tag 1: geschafft Am Abend geht es etwas besser. Das hatte ich gehofft, denn eigentlich bessert es sich ja immer irgendwann wieder. Aber es fiel mir weiterhin schwer zu essen, daher war Kraft Mangelware. Arthurs Luchos (südamerikanische Zuckerbomben) haben mich am Ende wieder hinbekommen. Wunderbare Abendstimmung, schönes Licht, seichte Hügel, Regen – nur von der Ferne. Der letzte Anstieg bei km 300 war wunderschön: im Dunkeln, totale Stille. Die Straße war gesperrt und ohne Licht befahrbar – haufenweise Glühwürmchen, Wahnsinn!
Bei der Abfahrt das erste Mal richtig Regen, dazu dunkel, eher unschön.
Wir hatten aber Glück, fast gar kein Regen den ganzen Tag. Ich hatte den Hunger schon länger gespürt und mich darüber gefreut. Wenn der erste richtige Hunger kommt, ist das Magendilemma meist vorbei – wie beim Kater. Ich hatte zwar schon einen Riegel gegessen, wollte aber mit dem weiteren Essen abwarten, bis wir im Hotel sind. Kurz vor dem Hotel, bereits im Ort, erwischt es mich. Keine Kraft mehr, leicht schwindelig. Ich steige vom Rad, setze mich im Schneidersitz auf die Straße und wühle in meinen Taschen nach Essen. Ich stopfe mir binnen einer Minute einen weiteren Lucho, ein Gel und einen Riegel rein und schaffe es gerade so wieder auf die Beine. Gut, dass kein Auto kam. Das Hotel: verrückt! Wir haben um 23:30 Uhr noch Abendbrot und alkoholfreies Bier bekommen. Nun, insBett!
Weiter geht’s Der erste Tag war nicht ideal, die Zeit wird bereits knapp, aber: Was tun? Weiter geht’s. Per Chatgruppe erfahren wir, dass Martin gestern Abend wegen Magenproblemen aufgegeben hat. Gemäß Zeitlimit müssen wir die Gesamtstrecke in vier Tagen schaffen. Am Ende von Tag 2 sollten wir den höchsten Berg am Scheitelpunkt der Tour, den Altvater, hinter uns haben. Das wären für heute 280 km und über 5000 Höhenmeter. Was auf dem Papier leicht geplant war, scheint nun ein wenig optimistisch.
Auf geht’s: All you can do, is all you can do. Die Tanke ist unser Zuhause. Es geht besser! Das Zeitlimit scheint zu platzen, wir sind aber aktuell gut drauf! Kofola, die tschechische Cola, ist jederzeit ein Genuss. Ansonsten erstmal: Regen… Unterwegs bei Rübezahl Viele Pausen und viel Regen, es läuft trotzdem gut. Die Abwechslung aus Anstiegen und kurzen Abfahrten ist für mich angenehmer als ewige Geraden. Tag 2: Regen, Regen, Regen Der Start des Tages war eigentlich nicht schlecht, wir sind gut vorangekommen, aber der Regen nimmt kontinuierlich zu. Fahren in der Ebene wird unangenehm, Klettern geht, Abfahrten werden zur Wasserschlacht. Bei Tageskilometer 140 erstmal Pause an der Tanke. Das angepasste Tagesziel wären 230 km, 90 würden noch bleiben. Damit wären wir 50 km hinter der ursprünglichen Planung. Tag 2: geschafft! Der Regen hat tatsächlich irgendwann aufgehört – aber auch wieder angefangen. Die tschechisch-polnische Grenzregion war trotz des Regens wunderbar. Schön anzusehen, tolle Straßen, keine Autos, nicht mal Menschen – und Kirchen ohne Dörfer? Ich vermute, die dazugehörigen Dörfer sind einer Nachkriegsbereinigung zum Opfer gefallen. Schön, dass sie wenigstens die Kirchen gelassen haben. Kurz vor Schluss noch zwei, drei unerwartete Hügel und etwas Stress, den letzten Supermarkt zu erreichen. Eine Stunde Time-Trial – und es hat geklappt. Ich kam etwas weichgekocht im Penny an, der auf mich wie das Paradies wirkte. Raffael, der in Ruhe hinterher gekurbelt ist, war dann nach 2 Minuten auch schon da. Dann noch ein stiller Hügel mit 300 hm und um ca. 22 Uhr Einkehr im Hotel bei km 235 (gesamt: 553 km). Ein sehr netter junger Concierge, ein herrliches 70er-Jahre-Skihotel. Duschen, Waschen, Aufladen, so viel wie möglich essen und ab ins Bett. Allgemeiner Zustand heute: besser als gestern! Angriff auf den Altvater Das Aufstehen fällt heute, am dritten Tag, etwas schwer. Kopfschmerzen, Durst – und leider keinen Hunger. Der Altvater, der Endgegner, steht an. Bisher geht es locker los, entspannte Rampen und Serpentinen auf einer Skibus-Autobahn. Es ist noch nass, aber der Regen ist hoffentlich erstmal vorbei. Die andauernde Nässe hat Spuren hinterlassen: Scheuerstellen, Blasen und Geruchsnoten. Dennoch rollt es gut. Zunächst ein kleiner Vorberg, dann zwei extra Kuppen und im Anschluss der Altvater. Soweit die Sicht der Dinge vor dem Tun. Oops! Und dann erscheint er plötzlich einfach auf dem Display, als Höhenprofil, inklusive seiner zwei kleinen Schwestern. Saukalt hier. Normalerweise zieht man bergauf ja alles aus, aber das fühlt sich hier nicht richtig an. Es ist windig und von Sonne keine Spur. Ich vermute, wir stecken bald komplett in den Wolken. Der Altvater (Praděd): Absolut spektakulär! Der Anstieg war unerwartet hart. 650 hm sind eigentlich kein Hexenwerk, aber mit den drei Vorbergen waren es insgesamt 1900 hm – somit das Format „Alpenriese“. Die relativ geringe absolute Höhe (1491 m) wurde durch Nebel und Sturm kompensiert; es fühlte sich dort oben wie 2000+ an. Am Anfang des Anstiegs war es sehr bewaldet, überwiegend Fichten. Weiter oben wurde es schnell kahl, sehr neblig, dazu gab es Sturmböen. Oben angekommen erschien der Altvater selbst wie ein Geist aus dem Nebel.
Der sehr hohe Turm, der auf diesem Gipfel steht, war nicht zu sehen. Man konnte lediglich den Sockelbau erahnen.
Zum Glück gab es ein Restaurant, in dem es für mich Gulaschsuppe mit sehr viel Brot gab – ideal. Raffael kommt kurz nach mir. Eigentlich wollte er oben nicht einkehren, sondern sofort zurück, doch der Versuchung der warmen Gaststube konnte er dann auch nichtwiderstehen und bestellte ein Gulasch mit Knödeln. Mein Glas Kofola ist gigantisch.
Was vom Tage übrig blieb Keine Frage, der Altvater hat uns gleich am Morgen „alle“ gemacht. Kurz danach dachte ich noch: Nicht der Altvater ist der Endgegner, sondern die Abfahrt. Jetzt wissen wir es besser: Der Endgegner ist der Wind – ungefähr für die nächsten 600 km – und zwar direkt von vorn. Unser erster Stopp nach dem Altvater ist die Tanke von Šumperk. Raffael ist vor mir da. Ich sehe ihn neben dem Eingang der Tankstelle stehen und schaffe es gerade noch, ihm ein Zeichen zu geben, dass ich da bin. Sekunden später liege ich bereits auf der Tankstellenwiese und stecke tief im wohlverdienten Powernap. Ich wache 10 Minuten später auf und schlafe gleich noch mal 10 Minuten. Dann geht es weiter. Verdammt, es pustet aus allen Rohren. Auch wenn man sich in den Auflieger legt, wird man einfach weggeweht. Reisegeschwindigkeit in der Ebene deutlich unter 20 km/h. Dazu kommt im Moment welliges Terrain und auf den Kuppen, eher kahl, fragt man sich: Wie soll ich da bloß rüberkommen, wenn es so von vorne pustet? Der Plan ist heute Abend nach Usti. Es wird schon klappen, aber viel weiter wird es nicht gehen. 480 km verbleiben – das sind wahrscheinlich noch mal zwei Tage, insbesondere bei dem Gegenwind; ein Tag zu viel fürs Zeitlimit. So krass hätte ich mir das Ganze nicht vorgestellt. Uli schreibt dazu gerade in der Chatgruppe: „Keine Frage, Sascha: Du hast hier eine Tour der mentalen Superlative geschaffen!“ Der Killer ist der Wind. Damit haben wir nicht gerechnet. Gemäß Planung sollte man ab hier Tempo und Strecke machen – oder entspannt nach Hause rollen. Jetzt bin ich doch in einem ruhigen Tal gelandet und kann in Ruhe ohne Gebläse Hügel klettern. Ich bin gut drauf. Super, weiter geht’s… Und nicht vergessen: immerhin kein Regen. Nachtrag: Der kam im Übrigen auch noch, aber entspannt. Und der Gebirgszug auf dem Weg nach Ustiwar anstrengend, aber – landschaftlich und von der Atmosphäre in den Dörfern her – ein absoluterKnaller. Tag 3: Am Abend Und nach der ganzen Plagerei? Ein schier nicht enden wollender Radweg entlang von Fluss und Bahnstrecke von Usti nach Hradec – wunderbar.
Geschenkte 20 km und ca. 200 verschluckte Mücken. Danach wird es etwas komplizierter, es geht hin und her, aber generell sind die letzten 60 km nach Hradec ein Geschenk. Ab der Mitte radeln wir friedlich im Dunkeln durch den Wald, auf wechselndem Belag und über ein paar Hügel. Die letzten 10 km rollen wir auf Flüsterasphalt, entlang einer Sport- und Freizeitstrecke im Stadtwald des bereits nahen Hradec. Insgesamt fühle ich mich heute nochmal besser als gestern. Wir werden sehen, was morgen kommt. Heute waren es 241 km, wieder etwas zu wenig. Insgesamt sind wir bei 791 km. Der Morgen von Tag 4 378 km to go. Wir haben in Hradec übernachtet. Das Hotel war gut, eine Bettenburg implantiert in ein stattliches Denkmal. Heute Morgen waren wir etwas spät, daher gab es sogar Kaffee und ein bisschen Frühstück ab 6:30 Uhr. Um ca. 7 Uhr geht es los. Seitdem verläuft es relativ ruhig. Eher schlechte Straßen, moderater Gegenwind, knapp 20er Schnitt bisher nach 40 km. Raffael war heute Morgen etwas schwach und hat etwas auf die Bremse getreten, jetzt hat er sich aber erholt. Ich bin recht gut drauf und habe das Gefühl, dieser Zustand könnte bei täglich 250–300 km und 2000 bis 3000 hm stabil hinzubekommen sein. Zumindest habe ich mich seit dem ersten Tag, der miserabel war, jeden Tag besser gefühlt. Von insgesamt sieben Startern sind noch vier im Rennen: Raffael und ich, sowie Sascha und Uli, die 14 Stunden vor uns gestartet sind. Aktuell sieht es so aus, als würde es niemand im Zeitlimit schaffen. Uli ist nah dran, wird aber wahrscheinlich um eine oder eine halbe Stunde scheitern. Sascha, mehrfacher Paris–Brest–Paris Absolvent – und Autor der Strecke, wird wahrscheinlich zwei Stunden über dem Limit landen. Unser Zeitlimit läuft heute Abend 24 Uhr aus. Ich vermute, dass wir dann ein Streckendefizit von ca. 100 km haben werden. Mal schauen, wie es weitergeht. Das Wetter ist recht stabil, manchmal sogar etwas sonnig, die Stimmung ist gut. Pause am Fluss. Der Tag hat gut und motiviert angefangen, aber der Gegenwind macht uns fertig. Es geht absolut nicht voran. Es ist gleich 15 Uhr, nicht mal 100 km geschafft. Kurze Pause zum Kräfte sammeln: Einkaufen im Supermarkt, runter zum Fluss, Essen, Powernap, Essen, eincremen, los. Wird es helfen?
Hinein in die böhmische Schweiz Ja, es hat geholfen. Dennoch bleibt es zäh, die Kilometer zählen langsam. Randnotiz: Der Regen ist zurück, zum Glück noch in Maßen. Wir sind jetzt auf dem Weg in die letzte nennenswerte Hügelkette, die böhmische und sächsische Schweiz. Uns wurden hier prächtige Höhenmeter versprochen – wir freuen uns aufs Edelklettern.
Der Regen wurde später noch mehr. Das dicke Ende kommt immer zum Schluss. Kilometertechnisch ist dieser Tag eine totale Pleite. 18 Uhr und 150 km auf der Uhr. Wir müssen etwas unternehmen. Unser Plan: jetzt noch 70 km und 2000 Höhenmeter. Die sogenannten Prachthöhenmeter, ab jetzt also “Climbing Deluxe”, “Champagner Hills” wir kommen, im Sonnenuntergang, im Regen oder halt im Dunkeln. Anvisiertes Ziel ist Bischofswerda, die Notlösung wäre Sebnitz. Unser Gel ist übrigens alle. Was kommt jetzt? Honig aus der Softflasche, etwas verdünnt mit Wasser – auch gut! Wahnsinn, was für ein Geruch hier oben ist. Es riecht hier wie auf dem Weihnachtsbaummarkt. Es ist wunderbar hier oben. Danke, Sascha, es hat sich gelohnt. Bischofswerda 1000 Wir haben es bis Bischofswerda geschafft. Das Zeitlimit ist vorbei, aber wir haben 1000 km und ca. 10.000 hm geschafft, immerhin. Morgen geht es nach Berlin. Hoffentlich schaffen wir es bis 20 Uhr, dann können wir mit den anderen Teilnehmern noch ein Bier trinken. Tag der langen Geraden So, was nun: Ofen aus oder Schlusssprint? Wir starten zunächst recht pünktlich um 6:15 Uhr in Bischofswerda. Das GPS sagt, es sind noch gut 200 km nach Berlin. Und es läuft supergut! Ich hatte viel Respekt vor diesen letzten 200 km. Zunächst rollt es aber richtig gut, wie verrückt. Die ersten Anfragen aus der Chatgruppe nach einer Afterparty heute Abend um 20 Uhr sind bereits eingetrudelt, und wir sind richtig nervös geworden, ob wir das auch schaffen. 200 km Flachetappe – eigentlich kein Ding, aber dieser Wind. Daher große Freude, dass es so gut losgeht. Erste Pause in Pulsitz: Tanke leer kaufen und Kaffee trinken. Zweite Pause in Senftenberg: Supermarkt, Milchreis essen, Dose Monster trinken, weiter. Ein erstes leichtes Tief zeichnet sich ab, aber das Essen in Senftenberg zündet bald wieder den Turbo, und weiter geht es mit Tempo in Richtung Berlin. Wir korrigieren unsere Ankunftszeit unterwegs bereits von 20 auf 18 Uhr. Innerlich denke ich schon über 16:30 Uhr nach. Wir machen Witze: Wollen wir weiterfahren, an die Ostsee? Und was kommt dann? Klar, natürlich der Mann mit dem Hammer. Allen Versuchen der regelmäßigen, steten Nahrungsaufnahme zum Trotz fallen wir kurz vor Luckau fast vom Rad – alle Speicher restlos leer. Kurze Pause am Straßenrand. Wo ist der Supermarkt? Mist, keiner da. Wo ist die Tanke? 1,8 km entfernt, ab vom Track. Das ist zu weit, wir wollen nach Hause. Also kurz die Taschen durchwühlen, ein, zwei Riegel essen und weiter geht es nach Golßen: Supermarkt, Essen, Powernap und schnell vorm nächsten Regen wieder los. Zieleinlauf Der Rest ist Geschichte. Nach den Höhen und Tiefen des Tages haben wir es gut nach Berlin geschafft. Die Einfahrt in die Stadt ist nie ganz einfach: viel Verkehr, unzählige Ampeln, auf engem Raum mit Autos und auf rumpeligen Radwegen. Ach ja, und dann hat es natürlich noch zweimal wie aus Kübeln gegossen. Auf der B96 gab es dazu Gewitter. War klar, sonst wäre es auch zu einfach gewesen. Besonderes Highlight: Unsere Mitstreiter, die vor uns gestartet und gestern angekommen sind, sind pünktlich zu unserer Zieleinfahrt und Finisher-Party ins Amstel House gekommen. So konnten wir direkt nach unserer Ankunft bei einem Bier unsere Heldengeschichten austauschen.
Gefährt und Ausrüstung Meine Ausrüstung: ● Rahmen: Colnago V3, eigene Lackierung ● Gruppe: SRAM Force 1×13, mechanisch (Stocky’s 13) ● Übersetzung: 34 x 10–42 ● Anbauteile: Vieles von Ali-Express und eBay (Lenker, Sattelstütze, Vorbau); Aero Auflieger Profile Design
● Laufräder: Aerycs GCX Terra 40 mit SON Nabendynamo vorn, 55 mm Carbon Laufrad mit DT Swiss 240 hinten (Taiwan, No-Name) ● Reifen: Continental GP 5000 S TR, 32 mm, tubeless ● Pumpe: Elektrische Fahrradpumpe von eBay ● GPS Computer: IGPSport IGS 630 ● Taschen: ein Mix aus Restrap Rahmentasche, Cyclite Oberrohrtasche, kleine Apidura Arschrakete ● Trinkrucksack: USWE, 3l Blase, 5l Packvolumen
Ich hatte auch einen Biwaksack, eine Isomatte, Daunenhose und Jacke dabei. Alles das habe ich nicht gebraucht, weil wir immer ins Hotel gegangen sind. Ohne Essen und Trinken wog das gepackte Fahrrad 15 kg. Das Material hat perfekt gehalten, es gab keine technischen Probleme. Im vorderen Reifen hatte ich einen Durchstich, der hin und wieder gesifft hat, aber nie zu einem richtigen Platten führte. Die Tubeless-Reifen habe ich einmal morgens per Elektropumpe nachgepumpt, hatte aber meist weniger als 0,5 bar verloren. Die Kette habe ich täglich gewachst. Ob ein 34er-Kettenblatt vorn wirklich sinnvoll ist, habe ich mich vor der Tour oft gefragt. Ich habe es dennoch angebaut und war unterwegs sehr zufrieden damit. Ich konnte immer easy kurbeln und sitzen bleiben, egal wie steil es war. Ab Tempo 44 konnte ich nicht mehr treten, aber das habe ich nicht vermisst.
Lust bekommen? Es sind übrigens noch Startplätze frei!
Cookie-Zustimmung verwalten
Um dir ein optimales Erlebnis zu bieten, verwenden wir Technologien wie Cookies, um Geräteinformationen zu speichern und/oder darauf zuzugreifen. Wenn du diesen Technologien zustimmst, können wir Daten wie das Surfverhalten oder eindeutige IDs auf dieser Website verarbeiten. Wenn du deine Zustimmung nicht erteilst oder zurückziehst, können bestimmte Merkmale und Funktionen beeinträchtigt werden.
Funktional
Immer aktiv
Die technische Speicherung oder der Zugang ist unbedingt erforderlich für den rechtmäßigen Zweck, die Nutzung eines bestimmten Dienstes zu ermöglichen, der vom Teilnehmer oder Nutzer ausdrücklich gewünscht wird, oder für den alleinigen Zweck, die Übertragung einer Nachricht über ein elektronisches Kommunikationsnetz durchzuführen.
Vorlieben
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist für den rechtmäßigen Zweck der Speicherung von Präferenzen erforderlich, die nicht vom Abonnenten oder Benutzer angefordert wurden.
Statistiken
Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu statistischen Zwecken erfolgt.Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu anonymen statistischen Zwecken verwendet wird. Ohne eine Vorladung, die freiwillige Zustimmung deines Internetdienstanbieters oder zusätzliche Aufzeichnungen von Dritten können die zu diesem Zweck gespeicherten oder abgerufenen Informationen allein in der Regel nicht dazu verwendet werden, dich zu identifizieren.
Marketing
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist erforderlich, um Nutzerprofile zu erstellen, um Werbung zu versenden oder um den Nutzer auf einer Website oder über mehrere Websites hinweg zu ähnlichen Marketingzwecken zu verfolgen.