Vollmond und Rübezahl

Vollmond im Juni:

Am 30.6. ist mal wieder Vollmond(fahrt). Wer nicht anderweitig am Radfahren ist, ist herzlich eingeladen. Wir treffen uns um 19.00 Uhr am S-Bhf. Grünau, hier:

Start

An der Spreebrücke bei Mönchwinkel ist wieder kurze Pause für ein schnelles Getränk (selber mitbringen). auf dem Rückweg optional noch über den Müggelberg. Endpunkt des Tracks ist der S-Bhf. Köpenick. Ohne Anmeldung, ohne Startgeld, einfach pünktlich sein und Spaß haben!

Download file: Vollmond_03.gpx

Rübezahl im Juli:

Die Spannung steigt, die Teilnehmerinfos und der Track wurden verschickt, die Einkaufszettel für die Kontroll/Verpflegungsstellen werden geschrieben, Rübezahl-T-Shirts werden gehäkelt…

Dazu passend hier noch ein Bericht vom Preride 2025 von Jan-Oliver, der es bisher noch nicht auf die Seite geschafft hat:

Reisebericht: Rübezahl 2025
Die Nacht davor
Morgen geht es los: 1200 km durch Polen und Tschechien und zurück. Es wird Berge geben, im Riesen-, Iser- und Altvatergebirge – auf dem Rückweg in der böhmischen Schweiz. Ich starte gemeinsam mit Raffael, morgen um 6 Uhr vom Amstel House. Der Wetterbericht ist furchtbar; wir werden sehen, wie es wird. Das Fahrrad ist gepackt: 15 kg ohne Essen und Wasser. 1,5 l Gel für Tag 1 und 2 sind bereit, etwas mehr noch im Gepäck. Ab ins Bett, 5 Uhr aufstehen. Los geht’s.
Raffael und ich starten recht pünktlich um 6:15 Uhr, es regnet noch nicht.
Checkpoint 1
Kontrollpunkt 1, in einer fantastischen Total-Tanke in Lübben. Der Regen hält sich bisher in Grenzen, es rollt gut. 100 km sind geschafft. Aus der Stadt raus war wie immer – eher schwierig: Schönefeld, Berufsverkehr, etc. Richtung Spreewald wurde es aber deutlich entspannter. Bisher läuft alles super: keine Pannen, keine Zwischenfälle, es rollt top. Ich spüre noch etwas Nervosität, ein flaues Gefühl im
Magen, was in der Regel normal bei mir ist – beim Start zu einer großen Runde. Jetzt noch 40 Kilometer nach Cottbus und ca. 160 nach Görlitz, zur Grenze nach Tschechien.


Spreewald und Lausitz, Checkpoint 2
Der Tag entwickelt sich leider nicht ideal. Mein flauer Magen bessert sich nicht. Ich bekomme zunehmend Sodbrennen und Übelkeit. Die Nahrungsaufnahme gestaltet sich schwierig, die Leistung geht in den Keller. Pause im Krankenhausgarten in Spremberg. Susanne (meine Frau) ruft an: „Was ist passiert? Bist Du im Krankenhaus?“ Ich: „Nein, ich liege hier nur auf der Wiese und ruhe mich aus.“ Sie hatte meinen Standort auf dem Handy gesehen. Nach der Pause ging es etwas besser, aber nicht ideal. Ansonsten: Wunderbare Radwege durch den Spreewald und eine herrliche postindustrielle Heidelandschaft in der Lausitz. Heide, Birken – meine Lieblingslandschaft, etwas karg und unwirtlich; so stelle ich mir Sibirien vor.

Pause am Kaffee am See: Cola und alkoholfreies Bier helfen erst mal weiter. Weiter geht’s. Raffael schleift mich im Windschatten durch die Landschaft.


Tag 1: geschafft
Am Abend geht es etwas besser. Das hatte ich gehofft, denn eigentlich bessert es sich ja immer irgendwann wieder. Aber es fiel mir weiterhin schwer zu essen, daher war Kraft Mangelware. Arthurs Luchos (südamerikanische Zuckerbomben) haben mich am Ende wieder hinbekommen. Wunderbare Abendstimmung, schönes Licht, seichte Hügel, Regen – nur von der Ferne. Der letzte Anstieg bei km 300 war wunderschön: im Dunkeln, totale Stille. Die Straße war gesperrt und ohne Licht befahrbar – haufenweise Glühwürmchen, Wahnsinn!

Bei der Abfahrt das erste Mal richtig Regen, dazu dunkel, eher unschön.

Wir hatten aber Glück, fast gar kein Regen den ganzen Tag. Ich hatte den Hunger schon länger gespürt und mich darüber gefreut. Wenn der erste richtige Hunger kommt, ist das Magendilemma meist vorbei – wie beim Kater. Ich hatte zwar schon einen Riegel gegessen, wollte aber mit dem weiteren Essen abwarten, bis wir im Hotel sind. Kurz vor dem Hotel, bereits im Ort, erwischt es mich. Keine Kraft mehr, leicht schwindelig. Ich steige vom Rad, setze mich im Schneidersitz auf die Straße und wühle in meinen Taschen nach Essen. Ich stopfe mir binnen einer Minute einen weiteren Lucho, ein Gel und einen Riegel rein und schaffe es gerade so wieder auf die Beine. Gut, dass kein Auto kam.
Das Hotel: verrückt! Wir haben um 23:30 Uhr noch Abendbrot und alkoholfreies Bier bekommen. Nun, insBett!


Weiter geht’s
Der erste Tag war nicht ideal, die Zeit wird bereits knapp, aber: Was tun? Weiter geht’s. Per Chatgruppe erfahren wir, dass Martin gestern Abend wegen Magenproblemen aufgegeben hat. Gemäß Zeitlimit müssen wir die Gesamtstrecke in vier Tagen schaffen. Am Ende von Tag 2 sollten wir den höchsten Berg am Scheitelpunkt der Tour, den Altvater, hinter uns haben. Das wären für heute 280 km und über 5000 Höhenmeter. Was auf dem Papier leicht geplant war, scheint nun ein wenig optimistisch.

Auf geht’s: All you can do, is all you can do.
Die Tanke ist unser Zuhause. Es geht besser! Das Zeitlimit scheint zu platzen, wir sind aber aktuell gut drauf! Kofola, die tschechische Cola, ist jederzeit ein Genuss. Ansonsten erstmal: Regen…
Unterwegs bei Rübezahl
Viele Pausen und viel Regen, es läuft trotzdem gut. Die Abwechslung aus Anstiegen und kurzen Abfahrten ist für mich angenehmer als ewige Geraden.
Tag 2: Regen, Regen, Regen
Der Start des Tages war eigentlich nicht schlecht, wir sind gut vorangekommen, aber der Regen nimmt kontinuierlich zu. Fahren in der Ebene wird unangenehm, Klettern geht, Abfahrten werden zur Wasserschlacht. Bei Tageskilometer 140 erstmal Pause an der Tanke. Das angepasste Tagesziel wären 230 km, 90 würden noch bleiben. Damit wären wir 50 km hinter der ursprünglichen Planung. Tag 2: geschafft! Der Regen hat tatsächlich irgendwann aufgehört – aber auch wieder angefangen.
Die tschechisch-polnische Grenzregion war trotz des Regens wunderbar. Schön anzusehen, tolle Straßen, keine Autos, nicht mal Menschen – und Kirchen ohne Dörfer? Ich vermute, die dazugehörigen Dörfer sind einer Nachkriegsbereinigung zum Opfer gefallen. Schön, dass sie wenigstens die Kirchen gelassen haben. Kurz vor Schluss noch zwei, drei unerwartete Hügel und etwas Stress, den letzten Supermarkt zu erreichen. Eine Stunde Time-Trial – und es hat geklappt. Ich kam etwas weichgekocht im Penny an, der auf mich wie das Paradies wirkte. Raffael, der in Ruhe hinterher gekurbelt ist, war dann nach 2 Minuten auch schon da. Dann noch ein stiller Hügel mit 300 hm und um ca. 22 Uhr Einkehr im Hotel bei km 235 (gesamt: 553 km). Ein sehr netter junger Concierge, ein herrliches 70er-Jahre-Skihotel. Duschen, Waschen, Aufladen, so viel wie möglich essen und ab ins Bett. Allgemeiner Zustand heute: besser als gestern!
Angriff auf den Altvater
Das Aufstehen fällt heute, am dritten Tag, etwas schwer. Kopfschmerzen, Durst – und leider keinen Hunger. Der Altvater, der Endgegner, steht an. Bisher geht es locker los, entspannte Rampen und Serpentinen auf einer Skibus-Autobahn. Es ist noch nass, aber der Regen ist hoffentlich erstmal vorbei. Die andauernde Nässe hat Spuren hinterlassen: Scheuerstellen, Blasen und Geruchsnoten. Dennoch rollt es gut. Zunächst ein kleiner Vorberg, dann zwei extra Kuppen und im Anschluss der Altvater. Soweit die Sicht der Dinge vor dem Tun. Oops! Und dann erscheint er plötzlich einfach auf dem Display, als Höhenprofil, inklusive seiner zwei kleinen Schwestern. Saukalt hier. Normalerweise zieht man bergauf ja alles aus, aber das fühlt sich hier nicht richtig an. Es ist windig und von Sonne keine Spur. Ich vermute, wir stecken bald komplett in den Wolken. Der Altvater (Praděd): Absolut spektakulär! Der Anstieg war unerwartet hart. 650 hm sind eigentlich kein Hexenwerk, aber mit den drei Vorbergen waren es insgesamt 1900 hm – somit das Format „Alpenriese“. Die relativ geringe absolute Höhe (1491 m) wurde durch Nebel und Sturm kompensiert; es fühlte sich dort oben wie 2000+ an. Am Anfang des Anstiegs war es sehr bewaldet, überwiegend Fichten. Weiter oben wurde es schnell kahl, sehr neblig, dazu gab es Sturmböen. Oben angekommen erschien der Altvater selbst wie ein Geist aus dem Nebel.

Der sehr hohe Turm, der auf diesem Gipfel steht, war nicht zu sehen. Man konnte lediglich den Sockelbau erahnen.

Zum Glück gab es ein Restaurant, in dem es für mich Gulaschsuppe mit sehr viel Brot gab – ideal. Raffael kommt kurz nach mir. Eigentlich wollte er oben nicht einkehren, sondern sofort zurück, doch der Versuchung der warmen Gaststube konnte er dann auch nichtwiderstehen und bestellte ein Gulasch mit Knödeln. Mein Glas Kofola ist gigantisch.

Was vom Tage übrig blieb
Keine Frage, der Altvater hat uns gleich am Morgen „alle“ gemacht. Kurz danach dachte ich noch: Nicht der Altvater ist der Endgegner, sondern die Abfahrt. Jetzt wissen wir es besser: Der Endgegner ist der Wind – ungefähr für die nächsten 600 km – und zwar direkt von vorn. Unser erster Stopp nach dem Altvater ist die Tanke von Šumperk. Raffael ist vor mir da. Ich sehe ihn neben dem Eingang der Tankstelle stehen und schaffe es gerade noch, ihm ein Zeichen zu geben, dass ich da bin. Sekunden später liege ich bereits auf der Tankstellenwiese und stecke tief im wohlverdienten Powernap. Ich wache 10 Minuten später auf und schlafe gleich noch mal 10 Minuten. Dann geht es weiter. Verdammt, es pustet aus allen Rohren. Auch wenn man sich in den Auflieger legt, wird man einfach weggeweht. Reisegeschwindigkeit in der Ebene deutlich unter 20 km/h. Dazu kommt im Moment welliges Terrain und auf den Kuppen, eher kahl, fragt man sich: Wie soll ich da bloß rüberkommen, wenn es so von vorne pustet? Der Plan ist heute Abend nach Usti. Es wird schon klappen, aber viel weiter wird es nicht gehen. 480 km verbleiben – das sind wahrscheinlich noch mal zwei Tage, insbesondere bei dem Gegenwind; ein Tag zu viel fürs Zeitlimit. So krass hätte ich mir das Ganze nicht vorgestellt.
Uli schreibt dazu gerade in der Chatgruppe: „Keine Frage, Sascha: Du hast hier eine Tour der mentalen Superlative geschaffen!“ Der Killer ist der Wind. Damit haben wir nicht gerechnet. Gemäß Planung sollte man ab hier Tempo und Strecke machen – oder entspannt nach Hause rollen. Jetzt bin ich doch in einem ruhigen Tal gelandet und kann in Ruhe ohne Gebläse Hügel klettern. Ich bin gut drauf. Super, weiter geht’s… Und nicht vergessen: immerhin kein Regen.
Nachtrag: Der kam im Übrigen auch noch, aber entspannt. Und der Gebirgszug auf dem Weg nach Ustiwar anstrengend, aber – landschaftlich und von der Atmosphäre in den Dörfern her – ein absoluterKnaller.
Tag 3: Am Abend

Und nach der ganzen Plagerei? Ein schier nicht enden wollender Radweg entlang von Fluss und Bahnstrecke von Usti nach Hradec – wunderbar.

Geschenkte 20 km und ca. 200 verschluckte Mücken. Danach wird es etwas komplizierter, es geht hin und her, aber generell sind die letzten 60 km nach Hradec ein Geschenk. Ab der Mitte radeln wir friedlich im Dunkeln durch den Wald, auf wechselndem Belag und über ein paar Hügel. Die letzten 10 km rollen wir auf Flüsterasphalt, entlang einer Sport- und Freizeitstrecke im Stadtwald des bereits nahen Hradec. Insgesamt fühle ich mich heute nochmal besser als gestern. Wir werden sehen, was morgen kommt. Heute waren es 241 km, wieder etwas zu wenig. Insgesamt sind wir bei 791 km.
Der Morgen von Tag 4
378 km to go. Wir haben in Hradec übernachtet. Das Hotel war gut, eine Bettenburg implantiert in ein stattliches Denkmal. Heute Morgen waren wir etwas spät, daher gab es sogar Kaffee und ein bisschen Frühstück ab 6:30 Uhr. Um ca. 7 Uhr geht es los. Seitdem verläuft es relativ ruhig. Eher schlechte Straßen, moderater Gegenwind, knapp 20er Schnitt bisher nach 40 km. Raffael war heute Morgen etwas schwach und hat etwas auf die Bremse getreten, jetzt hat er sich aber erholt. Ich bin recht gut drauf und habe das Gefühl, dieser Zustand könnte bei täglich 250–300 km und 2000 bis 3000 hm stabil hinzubekommen sein. Zumindest habe ich mich seit dem ersten Tag, der miserabel war, jeden Tag besser gefühlt. Von insgesamt sieben Startern sind noch vier im Rennen: Raffael und ich, sowie Sascha und Uli, die 14 Stunden vor uns gestartet sind. Aktuell sieht es so aus, als würde es niemand im Zeitlimit schaffen. Uli ist nah dran, wird aber wahrscheinlich um eine oder eine halbe Stunde scheitern. Sascha, mehrfacher Paris–Brest–Paris Absolvent – und Autor der Strecke, wird wahrscheinlich zwei Stunden über dem Limit landen. Unser Zeitlimit läuft heute Abend 24 Uhr aus. Ich vermute, dass wir dann ein Streckendefizit von ca. 100 km haben werden. Mal schauen, wie es weitergeht. Das Wetter ist recht stabil, manchmal sogar etwas sonnig, die Stimmung ist gut. Pause am Fluss.
Der Tag hat gut und motiviert angefangen, aber der Gegenwind macht uns fertig. Es geht absolut nicht voran. Es ist gleich 15 Uhr, nicht mal 100 km geschafft. Kurze Pause zum Kräfte sammeln: Einkaufen im Supermarkt, runter zum Fluss, Essen, Powernap, Essen, eincremen, los. Wird es helfen?

Hinein in die böhmische Schweiz
Ja, es hat geholfen. Dennoch bleibt es zäh, die Kilometer zählen langsam. Randnotiz: Der Regen ist zurück, zum Glück noch in Maßen. Wir sind jetzt auf dem Weg in die letzte nennenswerte Hügelkette, die böhmische und sächsische Schweiz. Uns wurden hier prächtige Höhenmeter versprochen – wir freuen uns aufs Edelklettern.

Der Regen wurde später noch mehr. Das dicke Ende kommt immer zum Schluss. Kilometertechnisch ist dieser Tag eine totale Pleite. 18 Uhr und 150 km auf der Uhr. Wir müssen etwas unternehmen. Unser Plan: jetzt noch 70 km und 2000 Höhenmeter. Die sogenannten Prachthöhenmeter, ab jetzt also “Climbing Deluxe”, “Champagner Hills” wir kommen, im Sonnenuntergang, im Regen oder halt im Dunkeln. Anvisiertes Ziel ist Bischofswerda, die Notlösung wäre Sebnitz. Unser Gel ist übrigens alle. Was kommt jetzt? Honig aus der Softflasche, etwas verdünnt mit Wasser – auch gut! Wahnsinn, was für ein Geruch hier oben ist. Es riecht hier wie auf dem Weihnachtsbaummarkt. Es ist wunderbar hier oben. Danke, Sascha, es hat sich gelohnt.
Bischofswerda 1000
Wir haben es bis Bischofswerda geschafft. Das Zeitlimit ist vorbei, aber wir haben 1000 km und ca. 10.000 hm geschafft, immerhin. Morgen geht es nach Berlin. Hoffentlich schaffen wir es bis 20 Uhr, dann können wir mit den anderen Teilnehmern noch ein Bier trinken.
Tag der langen Geraden
So, was nun: Ofen aus oder Schlusssprint? Wir starten zunächst recht pünktlich um 6:15 Uhr in Bischofswerda. Das GPS sagt, es sind noch gut 200 km nach Berlin. Und es läuft supergut! Ich hatte viel Respekt vor diesen letzten 200 km. Zunächst rollt es aber richtig gut, wie verrückt. Die ersten Anfragen aus der Chatgruppe nach einer Afterparty heute Abend um 20 Uhr sind bereits eingetrudelt, und wir sind richtig nervös geworden, ob wir das auch schaffen. 200 km Flachetappe – eigentlich kein Ding, aber dieser Wind. Daher große Freude, dass es so gut losgeht. Erste Pause in Pulsitz: Tanke leer kaufen und Kaffee trinken. Zweite Pause in Senftenberg: Supermarkt, Milchreis essen, Dose Monster trinken, weiter.
Ein erstes leichtes Tief zeichnet sich ab, aber das Essen in Senftenberg zündet bald wieder den Turbo, und weiter geht es mit Tempo in Richtung Berlin. Wir korrigieren unsere Ankunftszeit unterwegs bereits von 20 auf 18 Uhr. Innerlich denke ich schon über 16:30 Uhr nach. Wir machen Witze: Wollen wir weiterfahren, an die Ostsee? Und was kommt dann? Klar, natürlich der Mann mit dem Hammer. Allen Versuchen der regelmäßigen, steten Nahrungsaufnahme zum Trotz fallen wir kurz vor Luckau fast vom Rad – alle Speicher restlos leer. Kurze Pause am Straßenrand. Wo ist der Supermarkt? Mist, keiner da. Wo ist die Tanke? 1,8 km entfernt, ab vom Track. Das ist zu weit, wir wollen nach Hause. Also kurz die Taschen durchwühlen, ein, zwei Riegel essen und weiter geht es nach Golßen: Supermarkt, Essen, Powernap und schnell vorm nächsten Regen wieder los.
Zieleinlauf

Der Rest ist Geschichte. Nach den Höhen und Tiefen des Tages haben wir es gut nach Berlin geschafft. Die Einfahrt in die Stadt ist nie ganz einfach: viel Verkehr, unzählige Ampeln, auf engem Raum mit Autos und auf rumpeligen Radwegen. Ach ja, und dann hat es natürlich noch zweimal wie aus Kübeln gegossen. Auf der B96 gab es dazu Gewitter. War klar, sonst wäre es auch zu einfach gewesen. Besonderes Highlight: Unsere Mitstreiter, die vor uns gestartet und gestern angekommen sind, sind pünktlich zu unserer Zieleinfahrt und Finisher-Party ins Amstel House gekommen. So konnten wir direkt nach unserer Ankunft bei einem Bier unsere Heldengeschichten austauschen.


Gefährt und Ausrüstung
Meine Ausrüstung:
● Rahmen: Colnago V3, eigene Lackierung
● Gruppe: SRAM Force 1×13, mechanisch (Stocky’s 13)
● Übersetzung: 34 x 10–42
● Anbauteile: Vieles von Ali-Express und eBay (Lenker, Sattelstütze, Vorbau); Aero Auflieger Profile Design

● Laufräder: Aerycs GCX Terra 40 mit SON Nabendynamo vorn, 55 mm Carbon Laufrad mit DT Swiss 240 hinten (Taiwan, No-Name)
● Reifen: Continental GP 5000 S TR, 32 mm, tubeless
● Pumpe: Elektrische Fahrradpumpe von eBay
● GPS Computer: IGPSport IGS 630
● Taschen: ein Mix aus Restrap Rahmentasche, Cyclite Oberrohrtasche, kleine Apidura
Arschrakete
● Trinkrucksack: USWE, 3l Blase, 5l Packvolumen


Ich hatte auch einen Biwaksack, eine Isomatte, Daunenhose und Jacke dabei. Alles das habe ich nicht gebraucht, weil wir immer ins Hotel gegangen sind. Ohne Essen und Trinken wog das gepackte Fahrrad 15 kg. Das Material hat perfekt gehalten, es gab keine technischen Probleme. Im vorderen Reifen hatte ich einen Durchstich, der hin und wieder gesifft hat, aber nie zu einem richtigen Platten führte. Die Tubeless-Reifen habe ich einmal morgens per Elektropumpe nachgepumpt, hatte aber meist weniger als 0,5 bar verloren. Die Kette habe ich täglich gewachst. Ob ein 34er-Kettenblatt vorn wirklich sinnvoll ist, habe ich mich vor der Tour oft gefragt. Ich habe es dennoch angebaut und war unterwegs sehr zufrieden damit. Ich konnte immer easy kurbeln und sitzen bleiben, egal wie steil es war. Ab Tempo 44 konnte ich nicht mehr treten, aber das habe ich nicht vermisst.

Alle Fotos von Jan-Oliver Kunze.

Weitere tolle Fotos von Jan-Oliver gibt es hier.

Lust bekommen? Es sind übrigens noch Startplätze frei!

600er Nachlese oder: Die Apokalypse von Bad Sülze

War das ein Wetter! Allergrößten Respekt vor allen, die das unter diesen Bedingungen zu Ende gefahren sind! Und ganz besonders: Herzlichen Glückwunsch an diejenigen, die am Wochenende ihren allerersten 600er gefinisht haben! Respekt, Tatjana, Anke, Stephan und die anderen Debütanten auf der 600er Strecke. Das war wirklich ein Brevet der schweren Sorte.

Aber auch Abbrechen, was viele gemacht haben, war keine Schande. Gesundheit geht vor.

Vielen Dank an Til und seine Helferinnen für die grandiose Verpflegungsstelle in Woserin. Es haben sich alle wohl gefühlt und waren begeistert. Es hat an nichts gefehlt. Man wollte gar nicht mehr weg.

Trotz kraftraubendem Wind war der Weg bis zu Til wunderschön, teilweise neue Strecke, und auch am Himmel immer was zu gucken, Sonne, Regenwolken, Gewitterwolken, Regenbogen.

Dank Wind und Regen waren die meisten deutlich langsamer als normal unterwegs, so dass bei Til schon fast Abendbrotzeit war. Zumindest Falk und ich haben Ribnitz-Damgarten erst im Dunkeln erreicht. Und ab hier hatte uns der Regen endgültig fest im Griff. Ab der Ribnitz-Tanke sind wir mit ein paar anderen Unerschrockenen weiter über den Darß gerollt, im Dunkeln mit Starkregen, aber immerhin von hinten. Das hat das Ostsee-Erlebnis etwas geschmälert. Ich hab sie nur durch den Regen auf dem Navi gesehen, schade. Aber, komische Welt, wir wurden von Autofahrern für unsere sehr gute Sichtbarkeit gelobt. Es sah aber auch toll aus, ca. 10 RadfahrerInnen mit Top-Beleuchtung und Warnweste nachts im Regen.

An den Häfen Prerow und Barth war nachts erwartungsgemäß nicht viel los. Einige haben sich in Barth was zum Schlafen gesucht, Falk und ich wollten weiter und wurden für diese Entscheidung kurz darauf bestraft. Regengüsse wie aus Eimern von allen Seiten und Windböen, dass es eine Herausforderung war, den Lenker festzuhalten. Zwischen Regenjacke und -Hose Wassereinbruch, so dass ich innerhalb von Minuten durch und durch nass war. Toll, nachts um zwei. An Schlafpausen war so nicht mehr zu denken, bei acht Grad war es beim Treten schon recht kalt. Bei einem Stopp wäre man sofort ausgekühlt. Aber zum Glück wurde es kurz nach drei schon wieder hell. Die Tanke vor Neukalen hatte halb sechs leider noch zu. Falk hat hier wohl gut gesessen und gefrühstückt. Ich musste bis Malchin auf mein Frühstück warten. Der Wetterbericht versprach für die weitere Strecke nichts Gutes, weiterhin Regenschauer und Wind zumindest nicht von vorn. Demotivierende Aussichten so in nassen Klamotten und schon ganz schön durch. Zum Glück war es dann doch nicht so schlimm und der Müritz-Nationalpark ist immer wieder schön. …Und irgendwann hat man es dann doch bis Berlin geschafft. Hundert gehen immer 😉 Nach Hause bin ich aber diesmal ausnahmsweise mit der S-Bahn gefahren.

Den Track mal andersrum zu fahren war interessant und die Verpflegungsstelle bei km200 war das Highlight der Tour. Gegen den Uhrzeigersinn, wie die Jahre zuvor, war man allerdings ca. 40km eher an der Ostsee und hatte eine größere Chance auf Tageslicht auf dem Darß. Wie seht ihr das?

Im Amstel House liegen wohl noch ein paar Handschuhe, fehlen die wem?

Ansonsten suche ich Tipps für eine Regenhose zum Überziehen mit Trägern, so wie eine lange Radhose, die man ohne Schuhe ausziehen anbekommt. Kennt sowas jemand? Mir hat es, wie gesagt hinten reingeschüttet.

Falls jemand Fotos zum Veröffentlichen hat, gerne her damit, ich hatte keinen Nerv zum Fotografieren.

Unsere Besucherin vom Bodensee war schon fleißig und hat ihre Eindrücke niedergeschrieben. Und ich darf sie hier veröffentlichen, danke Dagmar!

BRM 600 ARA Berlin-Brandenburg

Mein DF wartete ja in Berlin bei @canu auf mich. Bei dem ich freundlicherweise auch die Nacht verbringen durfte, sehr nett, danke! Samstag früh um kurz vor 0600 radelte ich dann zum Startort, dem Amstel House in Moabit. Natürlich mal wieder viel zu früh, ich hatte meine Startzeit erst um 0730.

Dort wie üblich das heiter-gespannte Stelldichein der insgesamt 90 TeilnehmerInnen. Ein Bülk war dabei und @christoph_d mit seinem schicken Pelso Brevet. Und es gab ein Schnittchenpaket für alle, toll!

Dann los. Gleich mal den falschen Abzweig genommen und die falsche Pflasterstraße dahingerumpelt. Naja, die ersten 100 m Originalstrecke waren auch nicht besser. Dann kam die erstere längere Ausfallstraße, wo das DF einige der vernünftigerweise sehr entspannt Startenden überholte.

Die Stadt wurde weniger städtisch und zunächst ging die Szene über in einen schönen Wald. Bei Nauen war man dann endgültig in der Countryside angekommen und jetzt war viel Allee, grüne leichte Wellen auf meistens noch angenehmen Straßen. Allerdings wurde man sofort Opfer eines garstigen Westwinds. Also von der Seite, was das DF bekanntermaßen sehr aus der Ruhe bringt. Die Aufrechtfahrer litten aber sichtlich noch mehr als ich.

Abbildung 1: Im Wald nördlich von Berlin

Ab und zu innerorts mal wieder ein kurzes Stück Pflastergerumpel. Die hatten die Organisatoren mit Fleiß eingebaut. Bremst genau so effizient wie eine 15%-Rampe. Ist nur viel lauter in der Dose…

Nach 67 km in Friesack bei Norma der erste CP. Selfie gemacht, weiter in den Wind und gen Norden. Außer dem blöden Wind war es aber meistens sonnig. Der nächste CP nach 124 km beim Kloster Heiligengrabe, sehr schön! Allerdings kein gastronomisches Angebot, also kurz ein Schnittchen verdrückt und weiter.

Abbildung 2: Beim Norma in Friesack. Christoph mit seinem schicken Pelso Brevet.

Das Wetter wurde leider schlechter. Bis Plau am See – nächster CP – kamen schon die ersten Schauer. Der erste war besonders kräftig, hier konnte ich mich halbwegs retten und rechtzeitig unter das Dach eines Norma retten. In Plau traf man sich bei Rewe. Die ersten Regensachen hingen schon zum Trocknen über den Rädern.

Abbildung 3: Plau am See. O nass is.

Die nächsten 40 km bis km 202 waren halbwegs trocken. Und dann folgte der Höhepunkt des Brevets: ein Szenemitglied der Berliner Randonneurszene – Till – lebt wohl dort am Woseriner See auf einem lauschigen Anwesen. Hier gab es ein Feuerchen, Getränk, ein sensationelles frisch gebackenes Brot und Schmalz dazu, Kuchen und Kaffee. Sensationell, Gartenparty trotz Aprilwetters. Mein Lieblings-Brevet-CP bisher. Toll, danke Till & Familie!

Dann kam eine lange Strecke. Erst zu km 296 mussten wir wieder in Ribnitz-Damgarten einchecken. Blöderweise hatte sich die Meute sehr zerstreut, sodass ich zunächst nicht kapierte, dass mit dem „Tankcenter“ die Aral-Tanke am Ortseingang gemeint war. Ich rollte erst mal vorbei und – na klar – erst mal ein Hügelchen runter, bis ich andere Randonneure traf, die mich aufklärten und ich zurück und den Dreckshügel wieder rauf musste. Nun ja. Was bleibt einem übrig.

Ribnitz-Damgarten ist aber schon so gut wie Ostsee! Ich nahm dann doch den Radweg auf dem Deich, bis auf ein Drängelgitter ging der gut fürs VM. Die Euphorie stieg ins Unermessliche, der Wind gefühlt auch. Und kurz vor Sonnenuntergang hielt ich kurz, latschte durch den Sand über die Düne an den Strand, und – da war sie, die Ostsee! Fast sturmgepeitscht, mächtige Wellen rollten rein, man mochte sich nicht lang aufhalten. Bei km 334 hieß es in Prerow am Hafen wieder einchecken. Bäh, wieder ein Schauer. Schnell weiter.

Abbildung 4: Da war sie, die Ostsee!

Um kurz nach 23 Uhr war ich dann bei km 351 in Barth. Dort musste wieder am Hafen eingecheckt werden. Mein Fahrzeugakku (für Beleuchtung, Blinker und Hupe) war schon sehr runter, also beschloss ich, eine nächtliche längere Pause einzulegen. Aber wo? Das Hotel am Platz reagiert um diese Zeit nicht mehr auf Anrufe, die Geldautomatenbuden machen inzwischen alle um 2300 zu. Dann kreiste ich so im Ort umher und sah einen Rentner mit Fahrrad. Ich sprach ihn an, ob er für mich und mein Mobilchen einen Unterstand wüsste. Er war vom Ort, hatte ein kleines Häuschen mittendrin mit Grundstück und Schuppen. Welchen er mir öffnete für die Nacht. War zwar viel Gerümpel und wenig Platz, aber das DF passte zu zwei Dritteln unters Dach und windgeschützt war das Plätzchen auch ganz gut. Ich war Herrn Wegner seeeehr dankbar! Im Schuppen kuschelte ich mich ins VM in meine Decke und ein paar mal bin ich trotz wenig freundlicher Temperaturen und stürmischen Schüttungen wohl doch eingeschlafen.

Abbildung 5: mein nächtliches Asyl

Abbildung 6: wo das Heck des Velomobils gerade genug rein ging, um unterm Dach zu sein.

Als um 0300 der Morgen graute, schien es tatsächlich aufgehört zu haben zu regnen, welch ein Glück. Das waren nämlich nicht mehr nur einzelne Schauer gewesen, das tobte heftigst! Um kurz nach halb vier machte ich mich vom Acker bzw. vom Schuppen und frühstückte erst mal in der freundlicherweise offenen Tankstelle. Sogar frisch gebackene Hörnchen waren schon da.

Weiter ging es auf sensationell menschenleeren Landstraßen bis nach Malchin. Au weia, die Beine! Autsch! Wie soll das funktionieren? Und dazu waren hier einige wenig steile aber laaaange Anstiege dabei. Und manchmal übelster Asphalt. Es gab immer mal wieder Moment, in denen ich das Gefühl hatte, zu stehen. Au weia. Die Abfahrten waren aber geil. Und so kam ich dann doch am nächsten CP an. Wieder eine Tanke mit grundlegendem gastronomischem Angebot. Einige Kollegen waren jetzt wieder hier, auch Andrea. Sie war in kurzer Hose unterwegs und das bei den inzwischen sehr polaren Temperaturen. Der Rest war aber alles nass, wie sie berichtete. Brevet ist halt auch Durchhalten, wenn’s blöd kommt.

Abbildung 7: Am Kummerower See, schön.

Jetzt wurde es landschaftlich richtig schön, die Strecke aber immer wieder hochgradig VM-untauglich. Zunächst mal sehr wellig am Kummerower See lang (das war noch vor Malchin), aber immerhin auf gutem Asphalt. Danach enterten wir den Nationalpark Müritz, wo es offensichtlich keine ausgebauten Straßen zu geben scheint. Plattenwege, wo das DF grade so auf die Spur passt, munter rauf und runter (warum geht das hier eigentlich so schwer??? Ach echt, 12,9%!!!) und wie oft so WTF-Brachialpflaster kam, habe ich nicht gezählt. Ein wie gesagt superschöner aber mega zäher Abschnitt. Beine gingen aber wieder, Pausen machen und ordentlich essen und trinken hilft.

Dann das nächste Fail: der Akku des Wahoo machte so langsam schlapp. In meiner Umnachtung hatte ich USB-C-Ladeinfrastruktur nur als Ladegerät für die Steckdose mit angewachsenem Ladekabel dabei. Dass das unterwegs leider nicht mit der Powerbank zu verwenden war, ging mir sehr viel zu spät auf. Deswegen musste ich in Ankershagen einen Zwangsstopp im dortigen Schliemann-Museum einlegen. Hier ab es aber Ladestationen für Pedelec-Akkus und ich konnte laden. Noch mal einen Kaffee eingeworfen, nett mit dem Betreiber geplaudert und dann konnte ich weiter. Beim nächsten CP, wieder eine Tanke in Mirow bei km 503 machte ich deswegen nur mein Selfie für die eBrevet-App und bin gleich weiter.

Abbildung 8: Am Schliemann-Museum in Ankershagen

Nur noch ein CP übrig! Das lief jetzt bis auf immer wieder schlechten Belag wieder etwas besser. In Herzberg war der CP eine größere Imbissbude. Unvorsichtigerweise bestellte ich eine große Portion Pommes. Die so unfassbar groß war, dass ich sie nicht mal schaffte! Kaum erwähnenswert, dass draußen mal wieder eine Schüttung runterging und das VM nicht unterm Dach stand. Das gab es dort nämlich leider nicht. WTF.

Aber dann, aber dann, ABER DANN!!!!! Das Ortsschild Berlin bei km 598 erreicht. Wahnsinn. Und gleich darauf die 6 vorne auf dem Kilometerstand. DIE SECHS!!!! Völlig durchflutet von körpereigenen Euphoriedrogen schwenkte ich um ca. 1800 in den Innenhof des Amstel House, natürlich einmal kräftig gehupt. Wahnsinn, geschafft! 617 km am Ende bei mir. Ein wahrlich episches Erlebnis.

Abbildung 9: Der Style völlig zerstört, die Fahrerin sehr glücklich: Am Ziel im Amstel House

Für die Finisher gab es Lasagne und Salat, sehr schön! Dann brach ich zu meinem Hotel auf, mit 12 Bonuskilometern, weil ich wegen vergessenem Drop Bag noch mal zurückmusste. Sport macht doof…

Edit: Die ersten Bilder sind eingetroffen, hier von Uli:

Uli schreibt dazu: Den Wind und den dauernden Regen, nachmittags, abends und die ganze Nacht durch habe ich weniger festgehalten, damit die Hände am Lenker bleiben. Das war schon echt krass. Dafür hatten wir am Sonntag Glück! Erst als wir am Amstelhaus angekommen waren und unser Zielfoto gemacht hatten, brach es aus den Wolken hervor. Unterwegs konnten wir sehen, wie wir immer um den Regen herumgefahren sind. Kleiner Dialog zum Wind von unterwegs: Jens: „Wir haben ja schon seit einer Weile herrlichen Rückenwind!“ Ich gebe nach hinten zurück:“Wenn Du Dir die Fahnen dort anschaust, haben wir klaren Gegenwind.“ Fazit: allein schon WENIGER Gegenwind fühlte sich wie Rückenwind an! 😁

Ein riesiges Dankeschön an Till und seine Familie für seine großartige Gastfreundschaft! Es gab sogar einen Föhn, mit dem sich jemand die Schuhe und Socken trockengeföhnt hat. Lang wird es nicht gehalten haben…

Und allein die Bilder an der Ostsee waren es allemal wert!

Und hier die Bilder von Christoph:

Fotos von Arne:

Fotos von Til:

Und das obligatorische Video von Stephan.

FLINTA* Brevet 2026: Nachlese von Eva

Bevor schon wieder das nächste Event startet, schnell noch den diesjährigen FLINTA* Brevet Revue passieren lassen… Danke an Eva und Toni fürs Organisieren und Aufschreiben:

Mit dem Brevet-Organisieren ist das so ähnlich wie mit dem Fahren selbst. Warum mache ich das, geht es mir durch den Kopf, als der Wecker ungerührt um 4:40 Uhr klingelt.

Aber nach der schönen Erstausgabe war für Toni und mich klar: das wollen wir wieder. Also los!

Zwei Stunden später ist schon alles vergessen, und da sitzen wir noch nicht mal auf dem Rad, sondern an der Anmeldung im Amstel House Hostel. Ich bin begeistert über 60 gut gelaunte Gesichter, die nach und nach unsere Liste füllen. Einige Namen und Gesichter kenne ich vom letzten Jahr. Schön, dass so viele wieder gekommen sind! Und wenigstens braucht diesmal jemand meine Standpumpe, die sich auf dem Weg zum Start ständig im Helm verhakt hat.

Als letzte kommen die Organisatorinnen samt Besuch aufs Rad. Jetzt beginnt der Tag so richtig. Erst einmal die zwanzig Ampeln bis Hennigsdorf, dann sind wir im Grünen. Und wie grün es geworden ist! Noch beim Testen der Strecke im April überall karge Bäume. Auf einem Foto habe ich noch die Mütze unter dem Helm. Jetzt schimmert schon das erste Mohnfeld.

Hinter der Bäckerei Plentz in Kremmen sind wir halbwegs raus aus dem herben Wind und treffen auf andere Randonneurinnen. Die ersten Grüppchen haben sich gefunden. Eine verlassene Pumpe sucht in der Signal-Gruppe ihre Besitzerin.

Die häufigen Kontrollen machen die Strecke kürzer. Einmal durchs liebliche Löwenberger Land, ein bisschen unterhalten und die Schlaglöcher hinter Häsen umfahren, schon sind wir in Zehdenick. In der Touri-Info am Markt einmal Flaschen auffüllen und draußen versuchen, die Fahrerinnen vom 8bar-Overnighter abwerben, die hier unseren Weg kreuzen.

Richtung Friedrichswalde wieder verlassene Sträßchen. Ein autonomer Rasenmäher schleicht einsam über einen Sportplatz. Ein Eichhörnchen-Kind verschwindet im Gebüsch. Am Himmel ballen sich die Wolken und kühlen unsere Fahrt. Es bleibt aber trocken. Vielleicht haben wir im letzten Jahr genug Wetter-Karmapunkte gesammelt.

Am Werbellinsee hat Christoph es sich nicht nehmen lassen, seinen Verpflegungspunkt am Segelverein von der Strecke weg zu beschildern und mit Fahrradrahmen und Plakat zu schmücken. Obst, Kuchen, eigens belegte Brötchen. Es gibt sogar Kaffee! Nach 140 Kilometern ist tut es gut, auf einer Bank zu sitzen und die Kalorien sacken zu lassen.

Ein alkoholfreies Bier später sitzen mein Besuch und ich wieder auf dem Rad. Noch eine Hausrunden-Länge. Wald, Radweg, noch mehr Wald.

In Bernau fahren wir direkt am Bahnhof vorbei, etwas gemein. Aber wer würde sich jetzt noch die 200 Kilometer nehmen lassen?

Kurz vor der großen Stadt ist dann Schluss mit der Ruhe. Am Gesundbrunnen frage ich mich, wo die ganzen Menschen herkommen, so einsam war der Tag. Dafür sitzen wir im Amstel House noch entspannt zusammen.

Danke an alle, die mit uns gefahren sind. Was für ein schönes Miteinander!

Danke an Sascha und Ingo für Euren top Support und die Möglichkeit. Und besonders an Christoph für das Organisieren der reichhaltigen Verpflegungsstelle und Sabine für die fröhliche Unterstützung am Morgen.

Wir freuen uns auf nächstes Jahr!

Fotos: Antonia Hülsewig & Eva Ullrich

Brevet-Planungstool

Luke, auch ein Langstreckenfahrer hat uns angeschrieben, um auf sein Planungstool aufmerksam zu machen:

Ich fahre selbst lange Strecken und baue an einem kleinen Werkzeug für die Versorgungsplanung. Es heißt Tourewerk und gehört zu Gravelwerk.
Die Idee in einem Satz: Lade deine geplante Tour hoch, Tourewerk zeigt dir, wo das Wasser knapp wird, wo der nächste Laden offen hat und wo du legal schläfst.
Es baut keine Route, es legt nur die Logistik über eine fertige GPX. Gefahren wird weiter mit Komoot oder Garmin. Noch ist nichts gebaut, ich teste zuerst, ob es überhaupt gebraucht wird.
Hier ist die Seite: https://tourewerk.gravelwerk.de/r/berlin-brandenburg
Danke fürs Lesen, und für alles, was ihr mit ARA Berlin-Brandenburg auf die Beine stellt.

Wir haben es nicht getestet, bekommen auch keine Provision, aber vielleicht ist es ja für jemanden interessant für die Planung des kommenden 600er, oder gar Rübezahl…

Vollmondfahrt im Mai

Am Sonntag, 31.5.26 ist „Wonnemond“:

Es geht mal wieder durch Potsdam Richtung Schwielowsee. Treffpunkt ist, wie gewohnt, 19:00 Uhr am S-Bhf. Grunewald.

Die Strecke ist ca. 80 km lang. Am Neuen Palais, bei km 60 ist traditionell kurze Bier/Rauch/Verschnauf/Fotopause (Getränk selber mitbringen!).

Ohne Anmeldung, einfach pünktlich sein. Hier der Track zum Download.

Download file: Richtung-Schwielowsee.gpx