Rübezahl Presseschau

Die erste offizielle Austragung des Rübezahl Brevets (12.7.-16.7.2026) ist Geschichte, (fast) alle sind wieder wohlbehalten angekommen. Von den zuletzt 49 Angemeldeten hatten am Sonntag Nachmittag nur noch 32 den Mut wirklich zu starten. Wieder im Amstel House angekommen sind 20 FahrerInnen, davon 17 innerhalb der Zeit.

Es gab einen Unfall, nochmal vielen Dank an alle, die sich um die Erstversorgung von Michael gekümmert haben. Dank Helm und mit viel Glück gab es wohl „nur“ Schürfwunden. Michael hat sein vorzeitiges Finish genutzt, um die ersten Fahrer im Amstel zu begrüßen und mit Essen zu versorgen. Gute Besserung und vielen Dank für deinen Einsatz im Ziel, Michael! Die nächste Auflage von Rübezahl kommt und dein Startplatz ist sicher.

Nach 2 Jahren Vorbereitung war es endlich so weit, am Sonnstag Nachmittag trafen wir, das „Orga-Team“, Anke, Falk, Gerhard und Sascha uns im Amstel, um die Wagemutigen auf die Strecke zu schicken. Im Gegensatz zu den „normalen“ Brevets herrschte eine regelrecht familiäre Atmosphäre. Es wurden noch T-Shirts anprobiert, die Kalorienspeicher aufgefüllt und über die Strecke diskutiert.

In 2 Startgruppen ging es bei feinstem Sonnenschein und leichtem Rückenwind los, und das Orgateam machte sich ebenfalls auf den Weg Richtung Tschechien, um auf dem Campingplatz in Bucnice bei Adersbach die Versorgungskontrolle aufzubauen. Gerade rechtzeitig vor der Nachtruhe kamen wir dort an und trafen auf den zweiten Teil des Teams, bestehend aus Rainer, Sabine und Stefan.

Montag Vormittag wurde emsig alles aufgebaut und vorbereitet. Wir wussten ja nicht so genau, wann mit den ersten Fahrern zu rechnen war. Kurz vor zwölf kam dann der Erste Fahrer und das Kontrollteam hatte endlich was zu tun. Es wurden Suppe, Getränke und Duschmarken ausgegeben.

Dank der überschaubaren TeilehmerInnenzahl und des Streckenprofils kamen die Mitfahrer sehr vereinzelt, so dass es für niemanden Stress gab.

Man beachte das Verhältnis FahrerInnen/HelferInnen (2:5), voll stressig 🙂

Viele nutzten auch die gemieteten Hütten, um ein paar Stunden zu ruhen. Schön, dass das mit den Hütten geklappt hat, trotz Verständigungsschwierigkeiten mit der Rezeption. Aber es ist auf deutsch schon nicht einfach, zu erklären, dass gleich 30 Radfahrer kommen und in der 4-Bett-Hütte kurz schlafen wollen, um abends weiterzufahren.

Seit ich vor zwei Jahren an diesem Campingplatz vorbeigekommen bin, habe ich mir dort eine Kontrolle vorgestellt und immer schöner ausgemalt. Ich bin total froh und allen Beteiligten (HelferInnen und FahrerInnen) dankbar, dass alles genau so funktioniert hat, wie gedacht.

Es war mir eine Freude, die Fahrer dort begrüßen zu können, mit dem Wissen, dass man diesmal nicht selbst gleich wieder los muss.

Mehr zu tun hatte Gerhard, 80 Kilometer weiter, genau bei km500, an der Polnisch-Tschechischen Grenze. Er hatte an einem Biwakplatz weniger Infastruktur und war dort alleine. Trotzdem hat er ein großes Buffet aufgebaut, Tee und Kaffee ausgeschenkt und sich um die Teilnehmer gekümmert. Zeitweise haben wohl bis zu 12 Leuten bei ihm unterm Dach gelegen. Zwei Nächte hat Gerhard dort im Campingstuhl übernachtet, größten Respekt und vielen Dank!

Gerhards Buffet

Inzwischen ist das Spektakel vorbei und bisher kamen bei mir nur positive Rückmeldungen an. (Ja, es ist steil, es ist hart, und die Straßenqualität ist sehr divers. Aber das wussten wir ja alles vorher.)

Es kamen schon einige Rückmeldungen, die ich niemandem vorenthalten möchte.

Jan schreibt:
Ganz großen Dank für Euren Einsatz! Es war wirklich ein Erlebnis der besonderen Art. Eine tolle Strecke, sehr Abwechslungsreich, unglaublich viele Eindrücke, ich bin immer noch geflasht. Die Tschechen sind ein so freundliches und hilfsbereites Völkchen, ich denke das Land ist in Bezug auf Radreise unterschätzt. Es war leicht fast überall Wasser/Snacks zu bekommen. Die Landschaft weit und nicht vollgebaut. Ich bin nicht einmal mit den Worten irgendwo begrüßt worden: „Ditt Fahrrad kann da aber nicht stehen bleiben…“ Meiner Meinung nach sollten sich die Brandenburger mal eine Scheibe von den Tschechen abschneiden…
Aber wirklich herausragend war Eure Organisation und Betreuung auf dem Campingplatz. Jeder einzelne Wunsch wurde erfüllt, Geld geborgt, Zuspruch und Tipps verteilt, die beste Kartoffelsuppe serviert und mir sogar die persönliche Schlafmaske ausgeliehen. Ich weiß das wirklich sehr zu schätzen. Ich konnte mich nicht mehr von Euch verabschieden weil ich früh los wollte daher auf diesem Weg an Euch alle ein herzliches Dankeschön!

Jakob hat etwas ausführlicher geschrieben. Seinen tollen Bericht zum Mitfiebern findet ihr hier.

Ingolf schreibt:
Mein erster 1200’er war ein Wechselbad zwischen Hochgefühl und Verzweiflung.
Ich bin froh, durchgekommen zu sein, auch wenn ich das Zeitlimit gerissen habe.
Der Weg hin zum Altvater war eine sehr schöne Strecke. Der Rückweg natürlich auch,  obwohl er für mich die größere Herausforderung darstellte. Vielen Dank an Sascha und das super Helferteam. Vor allem die Damen waren sehr bemüht um unser Wohlergehen. Auch dem „Randonneurs- Urgestein“ Gerhard gebührt ein besonderer Dank für seine Unterstützung.
PS: ich würde es wieder tun
.

Benno schreibt:
So, liebe Leute. Ich habe versucht, ein bisschen was aufzuschreiben, lasse es aber lieber doch bleiben. Wenn das mit dem Nachtreffen klappt, erzähle ich lieber wie es so lief. Es war auf jeden Fall ein Brevet für die Geschichtsbücher, für mich jedenfalls. Es war alles dran was ein Brevet braucht, nur auf einen Crash wie von Michael verzichten wir gerne für immer. Die Kontrollen waren mit Herz und Leidenschaft auf die Beine gestellt, vielen vielen Dank dafür! Und auch für die Route, sie war großartig und perfekt. Nur die einzige Bitte vorab an dich Sascha: benutze in der Streckenbeschreibung für die Anstiege gerne mal das Wort „steil“. Vor allem auf der Etappe zwischen Mladejov und Krumhermsdorf. Ich hörte einen Randonneur im dunklen neben mir sagen „is this really necessary?“ Herzlichen Glückwunsch an alle die es über die Strecke geschafft haben, für einige war es der erste 1.200er!

Und als krönender Abschluss ein ganzes Kunstwerk von Anke, mehr bleibt (fast) nicht zu sagen:

Weitere Fotos von der Kontrolle und von der Strecke findet ihr hier. Wer noch Fotos hat, kann sie dort auch hochladen.

Es ist angedacht, eine Rübezahl-Nachbesprechung im Amstel zu machen, zu der Teilnehmer und Interessierte eingeladen sind. Wir sind noch bei der Terminfindung, Tendenz geht zum 16. Juli, das wird aber nochmal offiziell bekannt gegeben. Wir sind sehr gespannt auf eure Geschichten und Meinungen!

FLINTA* Brevet 2026: Nachlese von Eva

Bevor schon wieder das nächste Event startet, schnell noch den diesjährigen FLINTA* Brevet Revue passieren lassen… Danke an Eva und Toni fürs Organisieren und Aufschreiben:

Mit dem Brevet-Organisieren ist das so ähnlich wie mit dem Fahren selbst. Warum mache ich das, geht es mir durch den Kopf, als der Wecker ungerührt um 4:40 Uhr klingelt.

Aber nach der schönen Erstausgabe war für Toni und mich klar: das wollen wir wieder. Also los!

Zwei Stunden später ist schon alles vergessen, und da sitzen wir noch nicht mal auf dem Rad, sondern an der Anmeldung im Amstel House Hostel. Ich bin begeistert über 60 gut gelaunte Gesichter, die nach und nach unsere Liste füllen. Einige Namen und Gesichter kenne ich vom letzten Jahr. Schön, dass so viele wieder gekommen sind! Und wenigstens braucht diesmal jemand meine Standpumpe, die sich auf dem Weg zum Start ständig im Helm verhakt hat.

Als letzte kommen die Organisatorinnen samt Besuch aufs Rad. Jetzt beginnt der Tag so richtig. Erst einmal die zwanzig Ampeln bis Hennigsdorf, dann sind wir im Grünen. Und wie grün es geworden ist! Noch beim Testen der Strecke im April überall karge Bäume. Auf einem Foto habe ich noch die Mütze unter dem Helm. Jetzt schimmert schon das erste Mohnfeld.

Hinter der Bäckerei Plentz in Kremmen sind wir halbwegs raus aus dem herben Wind und treffen auf andere Randonneurinnen. Die ersten Grüppchen haben sich gefunden. Eine verlassene Pumpe sucht in der Signal-Gruppe ihre Besitzerin.

Die häufigen Kontrollen machen die Strecke kürzer. Einmal durchs liebliche Löwenberger Land, ein bisschen unterhalten und die Schlaglöcher hinter Häsen umfahren, schon sind wir in Zehdenick. In der Touri-Info am Markt einmal Flaschen auffüllen und draußen versuchen, die Fahrerinnen vom 8bar-Overnighter abwerben, die hier unseren Weg kreuzen.

Richtung Friedrichswalde wieder verlassene Sträßchen. Ein autonomer Rasenmäher schleicht einsam über einen Sportplatz. Ein Eichhörnchen-Kind verschwindet im Gebüsch. Am Himmel ballen sich die Wolken und kühlen unsere Fahrt. Es bleibt aber trocken. Vielleicht haben wir im letzten Jahr genug Wetter-Karmapunkte gesammelt.

Am Werbellinsee hat Christoph es sich nicht nehmen lassen, seinen Verpflegungspunkt am Segelverein von der Strecke weg zu beschildern und mit Fahrradrahmen und Plakat zu schmücken. Obst, Kuchen, eigens belegte Brötchen. Es gibt sogar Kaffee! Nach 140 Kilometern ist tut es gut, auf einer Bank zu sitzen und die Kalorien sacken zu lassen.

Ein alkoholfreies Bier später sitzen mein Besuch und ich wieder auf dem Rad. Noch eine Hausrunden-Länge. Wald, Radweg, noch mehr Wald.

In Bernau fahren wir direkt am Bahnhof vorbei, etwas gemein. Aber wer würde sich jetzt noch die 200 Kilometer nehmen lassen?

Kurz vor der großen Stadt ist dann Schluss mit der Ruhe. Am Gesundbrunnen frage ich mich, wo die ganzen Menschen herkommen, so einsam war der Tag. Dafür sitzen wir im Amstel House noch entspannt zusammen.

Danke an alle, die mit uns gefahren sind. Was für ein schönes Miteinander!

Danke an Sascha und Ingo für Euren top Support und die Möglichkeit. Und besonders an Christoph für das Organisieren der reichhaltigen Verpflegungsstelle und Sabine für die fröhliche Unterstützung am Morgen.

Wir freuen uns auf nächstes Jahr!

Fotos: Antonia Hülsewig & Eva Ullrich

Brevet-Planungstool

Luke, auch ein Langstreckenfahrer hat uns angeschrieben, um auf sein Planungstool aufmerksam zu machen:

Ich fahre selbst lange Strecken und baue an einem kleinen Werkzeug für die Versorgungsplanung. Es heißt Tourewerk und gehört zu Gravelwerk.
Die Idee in einem Satz: Lade deine geplante Tour hoch, Tourewerk zeigt dir, wo das Wasser knapp wird, wo der nächste Laden offen hat und wo du legal schläfst.
Es baut keine Route, es legt nur die Logistik über eine fertige GPX. Gefahren wird weiter mit Komoot oder Garmin. Noch ist nichts gebaut, ich teste zuerst, ob es überhaupt gebraucht wird.
Hier ist die Seite: https://tourewerk.gravelwerk.de/r/berlin-brandenburg
Danke fürs Lesen, und für alles, was ihr mit ARA Berlin-Brandenburg auf die Beine stellt.

Wir haben es nicht getestet, bekommen auch keine Provision, aber vielleicht ist es ja für jemanden interessant für die Planung des kommenden 600er, oder gar Rübezahl…

Vollmondfahrt im Mai

Am Sonntag, 31.5.26 ist „Wonnemond“:

Es geht mal wieder durch Potsdam Richtung Schwielowsee. Treffpunkt ist, wie gewohnt, 19:00 Uhr am S-Bhf. Grunewald.

Die Strecke ist ca. 80 km lang. Am Neuen Palais, bei km 60 ist traditionell kurze Bier/Rauch/Verschnauf/Fotopause (Getränk selber mitbringen!).

Ohne Anmeldung, einfach pünktlich sein. Hier der Track zum Download.

Download file: Richtung-Schwielowsee.gpx

400-1 Nachlese

Fast alle haben die Strecke erfolgreich gemeistert, herzlichen Glückwunsch! Höhepunkte waren wohl das Ortseingangsschild von Rom und der spektakuläre Anstieg zum Ruhner Berg. Einige fanden die Strecke etwas reizarm, aber die meisten waren offensichtlich zufrieden. gelungen fanden viele die Einfahrt nach Berlin über die B5 und den Bruhnsbüttler Damm, wo abends/nachts wenig Verkehr und Ampeln gestört haben.

Denkt bitte daran, eventuell fehlenden Kontrollfotos bis zum 15.5.26 an ara-berlin-brandenburg(ät)gmx.de zu schicken, sonst kan keine Homologation erfolgen.

Stephan hat ein Video geteilt.

Micha, mit dem (und mit Nina und Tatjana und Maia und Uli, danke für die nette Gesellschaft!) ich erstaunlicherweise 400km harmonisch zusammen gefahren bin hat auch wieder was aufgeschrieben, was ich nicht vorenthalten möchte:

400er Brevet – Berlin – Rom – Berlin (Und nein, nicht das Rom mit Pizza, Papst und Kolosseum – sondern das kleine, feine Rom in Mecklenburg-Vorpommern.)

400 Kilometer. Einmal Berlin–Rom–Berlin. Klingt erstmal nach großer Weltreise. Bevor jetzt wieder einer klugscheißt: Nein, wir sind nicht bis zum Vatikan gerollt. Gemeint ist das beschauliche Dorf Rom in Mecklenburg-Vorpommern. Reicht auch völlig – 400 Kilometer tun nämlich überall weh.

Los ging’s um ungefähr 7:50 Uhr in Berlin Moabit.  An meiner Seite: mein neuer Flügelmann Sascha – seit dem letzten 300er Brevet ein perfekter Begleiter. Zu unserem Zweierteam gesellten sich diesmal noch Falk und Nina. Bewölkter Himmel, Temperaturen zwischen 5 und 15 Grad. Also typisch norddeutsches „Na ja, geht so“-Wetter. Aber hey: immerhin war der Wind gnädig und schob uns auf den ersten 200 Kilometern freundlich von hinten an.

Die Route führte uns über Alt Ruppin, Rheinsberg, Röbel, Malchow in das legendäre Rom ohne Vatikan etc. Weiter nach Parchim, über die Ruhner Berge, dann nach Bad Wildsnack, Friesack und schließlich zurück nach Berlin. Einmal große Runde durch Brandenburg, Mecklenburg Vorpommern und ein bisschen Sachsen Anhalt– mit ein paar fiesen Überraschungen.

Die ersten Kilometer aus Berlin raus waren vor allem eins: Ampeltraining. Nicht die Beine waren heiß, nicht die Reifen – sondern die Bremsscheiben. Gefühlt jede zweite Kreuzung rot. Aber irgendwann hatten wir die Stadt hinter uns und konnten endlich Tempo aufnehmen.

Richtung Alt Ruppin rollten wir dann schön gleichmäßig vor uns hin. Solides Brevet-Tempo – zügig, aber nicht komplett bekloppt. In Alt Ruppin verabschiedete sich Falk, dafür stießen Maja und Ulli vom RTC zu uns. Die Gruppe wuchs, das Tempo blieb stabil.

Und dann kam diese Strecke, die man beim Radfahren einfach liebt: Radwege durch Wälder, Felder, Seenlandschaften – weit weg von Verkehr. Ein echtes Träumchen. Orte wie Rheinsberg, Röbel und das wunderschöne Malchow flogen nur so an uns vorbei. Ein bisschen schade war nur, dass in Malchow keine Kontrollstelle war – ausgerechnet dort kam nämlich die Sonne raus.

Weiter ging’s teilweise entlang größerer Straßen auf Radwegen, die… sagen wir mal… okay waren. Der Hintern hatte jedenfalls noch kein offizielles SOS gesendet. Also alles im grünen Bereich.

In Rom – das in MeckPom – angekommen gab es natürlich das obligatorische Ortsschildfoto. Muss sein. Sonst glaubt einem ja keiner, dass man wirklich in Rom war.

Danach steuerten wir Parchim an und gönnten uns eine längere Pause beim Pizza Express. Rückblickend… na ja. Hätten wir vielleicht doch noch zwei Ecken weiter fahren sollen. Aber gut – Brevet ist kein Sterne-Restaurant-Test.

Frisch gestärkt ging’s weiter Richtung Ruhner Berge. Und da wurde es dann kurz ernst: etwa 1,7 Kilometer Anstieg, stellenweise 8 %, dazu Kopfsteinpflaster. Also genau die Sorte Strecke, bei der man kurz überlegt, ob man sich nicht doch ein anderes Hobby suchen sollte. Aber machbar – wir haben schon schlimmere Rampen gesehen.

Landschaftlich war das Ganze allerdings ein echtes Highlight: Felder, Kühe, Weite. Ostdeutschland von seiner schönsten Seite.

Hier trennten sich dann erstmal unsere Wege. Ulli musste einen Schlauch wechseln und Maja wartete bei ihm. Wir verabredeten, dass wir langsam weiterrollen und uns an der nächsten Kontrolle wieder treffen.

Und dann passierte eine dieser kleinen Brevet-Momente, die man nicht vergisst:Wenn plötzlich den ganzen Nachmittag über 100 Fahrräder durch verschlafene Dörfer rollen, gucken die Leute natürlich. Eine kleine Fünfjährige brüllte über den Gartenzaun:„Mamaaaa! Was ist denn heute hier los?!“
Wir konnten vor Lachen kaum noch treten.
Ich merkte dann langsam, dass der Körper auch ein Wörtchen mitreden will. Beine schwer, Schulter und Nacken melden sich. Noch kein großes Jammern – eher so ein leichtes „Mimimi“ auf niedrigem Niveau.

Also weiter Richtung Elbe. Ulli und Maja hatten offensichtlich einen richtig guten Tag und zogen in ihrem Tempo weiter. Der Sonnenuntergang auf dem Deich war dann allerdings wieder so ein Moment, der alles wettmacht. Goldener Himmel, ruhige Landschaft – und wir mittendrin auf dem Rad.

Nur meine Kräfte wurden langsam weniger. Jetzt rächte sich das zügige Anfangstempo. Vorne fahren konnte ich nur noch kurz. Ein riesiges Dankeschön an Sascha und Nina fürs Ziehen.
In Friesack stieß dann noch Tatjana zu unserer kleinen Gruppe. Aber bei mir wurde es langsam unerquicklich: Kälte, Magen, Hintern Nacken Schulter – alles meldete sich gleichzeitig. Die Kombi macht’s.
Zum Glück war Berlin nicht mehr weit.
Also zu viert weiter – mit vereinten Kräften. Ich inzwischen offiziell Schlusslicht der Truppe. Aber: Die Straßen waren plötzlich traumhaft. Kein Kopfsteinpflaster, keine Flickenteppiche, kein Buckelchaos. Einfach feiner Asphalt. Mein Hintern hat sich dafür persönlich bedankt.

An der letzten Kontrolle kam dann doch das große Mimimi. Spandau S-Bahn war kurz eine ernsthafte Option. Aber meine drei Mitstreiter hatten andere Pläne: Riegel in die Hand gedrückt, Kaffee hinterher – „Weiter jetzt!“
Und sie hatten recht.
Die Einfahrt nach Berlin war überraschend entspannt. Für so einen langen Tag vermutlich die beste Zielanfahrt, die man haben kann: wenig Verkehr, kaum rote Ampeln, einfach rollen lassen.

Nach 400,2 Kilometern erreichten wir gegen 2 Uhr nachts das Ziel.
Ich? Komplett im Eimer.
Also wirklich komplett.
Aber auch glücklich.
Und vor allem dankbar für dieses Team.
Das Finisherbier stand auch bereit – aber selbst das habe ich nicht mehr ganz geschafft.

Fazit:
400 Kilometer.
Ein phantastisches Team das 🫶🫶🫶 bekommt.
Ein bisschen Leiden.
Sehr viel Lachen.
Großartige Landschaft.
Und genau diese verrückten Momente, wegen denen man immer wieder bei so einem Brevet startet.

Berlin – Rom – Berlin. War episch.