Rübezahl Presseschau

Die erste offizielle Austragung des Rübezahl Brevets ist Geschichte, (fast) alle sind wieder wohlbehalten angekommen. Von den zuletzt 49 Angemeldeten hatten am Sonntag Nachmittag nur noch 32 den Mut wirklich zu starten. Wieder im Amstel House angekommen sind 20 FahrerInnen, davon 17 innerhalb der Zeit.

Es gab einen Unfall, nochmal vielen Dank an alle, die sich um die Erstversorgung von Michael gekümmert haben. Dank Helm und mit viel Glück gab es wohl „nur“ Schürfwunden. Michael hat sein vorzeitiges Finish genutzt, um die ersten Fahrer im Amstel zu begrüßen und mit Essen zu versorgen. Gute Besserung und vielen Dank für deinen Einsatz im Ziel, Michael! Die nächste Auflage von Rübezahl kommt und dein Startplatz ist sicher.

Nach 2 Jahren Vorbereitung war es endlich so weit, am Sonnstag Nachmittag trafen wir, das „Orga-Team“, Anke, Falk, Gerhard und Sascha uns im Amstel, um die Wagemutigen auf die Strecke zu schicken. Im Gegensatz zu den „normalen“ Brevets herrschte eine regelrecht familiäre Atmosphäre. Es wurden noch T-Shirts anprobiert, die Kalorienspeicher aufgefüllt und über die Strecke diskutiert.

In 2 Startgruppen ging es bei feinstem Sonnenschein und leichtem Rückenwind los, und das Orgateam machte sich ebenfalls auf den Weg Richtung Tschechien, um auf dem Campingplatz in Bucnice bei Adersbach die Versorgungskontrolle aufzubauen. Gerade rechtzeitig vor der Nachtruhe kamen wir dort an und trafen auf den zweiten Teil des Teams, bestehend aus Rainer, Sabine und Stefan.

Montag Vormittag wurde emsig alles aufgebaut und vorbereitet. Wir wussten ja nicht so genau, wann mit den ersten Fahrern zu rechnen war. Kurz vor zwölf kam dann der Erste Fahrer und das Kontrollteam hatte endlich was zu tun. Es wurden Suppe, Getränke und Duschmarken ausgegeben.

Dank der überschaubaren TeilehmerInnenzahl und des Streckenprofils kamen die Mitfahrer sehr vereinzelt, so dass es für niemanden Stress gab.

Man beachte das Verhältnis FahrerInnen/HelferInnen (2:5), voll stressig 🙂

Viele nutzten auch die gemieteten Hütten, um ein paar Stunden zu ruhen. Schön, dass das mit den Hütten geklappt hat, trotz Verständigungsschwierigkeiten mit der Rezeption. Aber es ist auf deutsch schon nicht einfach, zu erklären, dass gleich 30 Radfahrer kommen und in der 4-Bett-Hütte kurz schlafen wollen, um abends weiterzufahren.

Seit ich vor zwei Jahren an diesem Campingplatz vorbeigekommen bin, habe ich mir dort eine Kontrolle vorgestellt und immer schöner ausgemalt. Ich bin total froh und allen Beteiligten (HelferInnen und FahrerInnen) dankbar, dass alles genau so funktioniert hat, wie gedacht.

Es war mir eine Freude, die Fahrer dort begrüßen zu können, mit dem Wissen, dass man diesmal nicht selbst gleich wieder los muss.

Mehr zu tun hatte Gerhard, 80 Kilometer weiter, genau bei km500, an der Polnisch-Tschechischen Grenze. Er hatte an einem Biwakplatz weniger Infastruktur und war dort alleine. Trotzdem hat er ein großes Buffet aufgebaut, Tee und Kaffee ausgeschenkt und sich um die Teilnehmer gekümmert. Zeitweise haben wohl bis zu 12 Leuten bei ihm unterm Dach gelegen. Zwei Nächte hat Gerhard dort im Campingstuhl übernachtet, größten Respekt und vielen Dank!

Gerhards Buffet

Inzwischen ist das Spektakel vorbei und bisher kamen bei mir nur positive Rückmeldungen an. (Ja, es ist steil, es ist hart, und die Straßenqualität ist sehr divers. Aber das wussten wir ja alles vorher.)

Es kamen schon einige Rückmeldungen, die ich niemandem vorenthalten möchte.

Jan schreibt:
Ganz großen Dank für Euren Einsatz! Es war wirklich ein Erlebnis der besonderen Art. Eine tolle Strecke, sehr Abwechslungsreich, unglaublich viele Eindrücke, ich bin immer noch geflasht. Die Tschechen sind ein so freundliches und hilfsbereites Völkchen, ich denke das Land ist in Bezug auf Radreise unterschätzt. Es war leicht fast überall Wasser/Snacks zu bekommen. Die Landschaft weit und nicht vollgebaut. Ich bin nicht einmal mit den Worten irgendwo begrüßt worden: „Ditt Fahrrad kann da aber nicht stehen bleiben…“ Meiner Meinung nach sollten sich die Brandenburger mal eine Scheibe von den Tschechen abschneiden…
Aber wirklich herausragend war Eure Organisation und Betreuung auf dem Campingplatz. Jeder einzelne Wunsch wurde erfüllt, Geld geborgt, Zuspruch und Tipps verteilt, die beste Kartoffelsuppe serviert und mir sogar die persönliche Schlafmaske ausgeliehen. Ich weiß das wirklich sehr zu schätzen. Ich konnte mich nicht mehr von Euch verabschieden weil ich früh los wollte daher auf diesem Weg an Euch alle ein herzliches Dankeschön!

Jakob hat etwas ausführlicher geschrieben. Seinen tollen Bericht zum Mitfiebern findet ihr hier.

Ingolf schreibt:
Mein erster 1200’er war ein Wechselbad zwischen Hochgefühl und Verzweiflung.
Ich bin froh, durchgekommen zu sein, auch wenn ich das Zeitlimit gerissen habe.
Der Weg hin zum Altvater war eine sehr schöne Strecke. Der Rückweg natürlich auch,  obwohl er für mich die größere Herausforderung darstellte. Vielen Dank an Sascha und das super Helferteam. Vor allem die Damen waren sehr bemüht um unser Wohlergehen. Auch dem „Randonneurs- Urgestein“ Gerhard gebührt ein besonderer Dank für seine Unterstützung.
PS: ich würde es wieder tun
.

Benno schreibt:
So, liebe Leute. Ich habe versucht, ein bisschen was aufzuschreiben, lasse es aber lieber doch bleiben. Wenn das mit dem Nachtreffen klappt, erzähle ich lieber wie es so lief. Es war auf jeden Fall ein Brevet für die Geschichtsbücher, für mich jedenfalls. Es war alles dran was ein Brevet braucht, nur auf einen Crash wie von Michael verzichten wir gerne für immer. Die Kontrollen waren mit Herz und Leidenschaft auf die Beine gestellt, vielen vielen Dank dafür! Und auch für die Route, sie war großartig und perfekt. Nur die einzige Bitte vorab an dich Sascha: benutze in der Streckenbeschreibung für die Anstiege gerne mal das Wort „steil“. Vor allem auf der Etappe zwischen Mladejov und Krumhermsdorf. Ich hörte einen Randonneur im dunklen neben mir sagen „is this really necessary?“ Herzlichen Glückwunsch an alle die es über die Strecke geschafft haben, für einige war es der erste 1.200er!

Und als krönender Abschluss ein ganzes Kunstwerk von Anke, mehr bleibt (fast) nicht zu sagen:

Weitere Fotos von der Kontrolle und von der Strecke findet ihr hier. Wer noch Fotos hat, kann sie dort auch hochladen.

Es ist angedacht, eine Rübezahl-Nachbesprechung im Amstel zu machen, zu der Teilnehmer und Interessierte eingeladen sind. Wir sind noch bei der Terminfindung, Tendenz geht zum 16. Juli, das wird aber nochmal offiziell bekannt gegeben. Wir sind sehr gespannt auf eure Geschichten und Meinungen!