600er Nachlese oder: Die Apokalypse von Bad Sülze

War das ein Wetter! Allergrößten Respekt vor allen, die das unter diesen Bedingungen zu Ende gefahren sind! Und ganz besonders: Herzlichen Glückwunsch an diejenigen, die am Wochenende ihren allerersten 600er gefinisht haben! Respekt, Tatjana, Anke, Stephan und die anderen Debütanten auf der 600er Strecke. Das war wirklich ein Brevet der schweren Sorte.

Aber auch Abbrechen, was viele gemacht haben, war keine Schande. Gesundheit geht vor.

Vielen Dank an Til und seine Helferinnen für die grandiose Verpflegungsstelle in Woserin. Es haben sich alle wohl gefühlt und waren begeistert. Es hat an nichts gefehlt. Man wollte gar nicht mehr weg.

Trotz kraftraubendem Wind war der Weg bis zu Til wunderschön, teilweise neue Strecke, und auch am Himmel immer was zu gucken, Sonne, Regenwolken, Gewitterwolken, Regenbogen.

Dank Wind und Regen waren die meisten deutlich langsamer als normal unterwegs, so dass bei Til schon fast Abendbrotzeit war. Zumindest Falk und ich haben Ribnitz-Damgarten erst im Dunkeln erreicht. Und ab hier hatte uns der Regen endgültig fest im Griff. Ab der Ribnitz-Tanke sind wir mit ein paar anderen Unerschrockenen weiter über den Darß gerollt, im Dunkeln mit Starkregen, aber immerhin von hinten. Das hat das Ostsee-Erlebnis etwas geschmälert. Ich hab sie nur durch den Regen auf dem Navi gesehen, schade. Aber, komische Welt, wir wurden von Autofahrern für unsere sehr gute Sichtbarkeit gelobt. Es sah aber auch toll aus, ca. 10 RadfahrerInnen mit Top-Beleuchtung und Warnweste nachts im Regen.

An den Häfen Prerow und Barth war nachts erwartungsgemäß nicht viel los. Einige haben sich in Barth was zum Schlafen gesucht, Falk und ich wollten weiter und wurden für diese Entscheidung kurz darauf bestraft. Regengüsse wie aus Eimern von allen Seiten und Windböen, dass es eine Herausforderung war, den Lenker festzuhalten. Zwischen Regenjacke und -Hose Wassereinbruch, so dass ich innerhalb von Minuten durch und durch nass war. Toll, nachts um zwei. An Schlafpausen war so nicht mehr zu denken, bei acht Grad war es beim Treten schon recht kalt. Bei einem Stopp wäre man sofort ausgekühlt. Aber zum Glück wurde es kurz nach drei schon wieder hell. Die Tanke vor Neukalen hatte halb sechs leider noch zu. Falk hat hier wohl gut gesessen und gefrühstückt. Ich musste bis Malchin auf mein Frühstück warten. Der Wetterbericht versprach für die weitere Strecke nichts Gutes, weiterhin Regenschauer und Wind zumindest nicht von vorn. Demotivierende Aussichten so in nassen Klamotten und schon ganz schön durch. Zum Glück war es dann doch nicht so schlimm und der Müritz-Nationalpark ist immer wieder schön. …Und irgendwann hat man es dann doch bis Berlin geschafft. Hundert gehen immer 😉 Nach Hause bin ich aber diesmal ausnahmsweise mit der S-Bahn gefahren.

Den Track mal andersrum zu fahren war interessant und die Verpflegungsstelle bei km200 war das Highlight der Tour. Gegen den Uhrzeigersinn, wie die Jahre zuvor, war man allerdings ca. 40km eher an der Ostsee und hatte eine größere Chance auf Tageslicht auf dem Darß. Wie seht ihr das?

Im Amstel House liegen wohl noch ein paar Handschuhe, fehlen die wem?

Ansonsten suche ich Tipps für eine Regenhose zum Überziehen mit Trägern, so wie eine lange Radhose, die man ohne Schuhe ausziehen anbekommt. Kennt sowas jemand? Mir hat es, wie gesagt hinten reingeschüttet.

Falls jemand Fotos zum Veröffentlichen hat, gerne her damit, ich hatte keinen Nerv zum Fotografieren.

Unsere Besucherin vom Bodensee war schon fleißig und hat ihre Eindrücke niedergeschrieben. Und ich darf sie hier veröffentlichen, danke Dagmar!

BRM 600 ARA Berlin-Brandenburg

Mein DF wartete ja in Berlin bei @canu auf mich. Bei dem ich freundlicherweise auch die Nacht verbringen durfte, sehr nett, danke! Samstag früh um kurz vor 0600 radelte ich dann zum Startort, dem Amstel House in Moabit. Natürlich mal wieder viel zu früh, ich hatte meine Startzeit erst um 0730.

Dort wie üblich das heiter-gespannte Stelldichein der insgesamt 90 TeilnehmerInnen. Ein Bülk war dabei und @christoph_d mit seinem schicken Pelso Brevet. Und es gab ein Schnittchenpaket für alle, toll!

Dann los. Gleich mal den falschen Abzweig genommen und die falsche Pflasterstraße dahingerumpelt. Naja, die ersten 100 m Originalstrecke waren auch nicht besser. Dann kam die erstere längere Ausfallstraße, wo das DF einige der vernünftigerweise sehr entspannt Startenden überholte.

Die Stadt wurde weniger städtisch und zunächst ging die Szene über in einen schönen Wald. Bei Nauen war man dann endgültig in der Countryside angekommen und jetzt war viel Allee, grüne leichte Wellen auf meistens noch angenehmen Straßen. Allerdings wurde man sofort Opfer eines garstigen Westwinds. Also von der Seite, was das DF bekanntermaßen sehr aus der Ruhe bringt. Die Aufrechtfahrer litten aber sichtlich noch mehr als ich.

Abbildung 1: Im Wald nördlich von Berlin

Ab und zu innerorts mal wieder ein kurzes Stück Pflastergerumpel. Die hatten die Organisatoren mit Fleiß eingebaut. Bremst genau so effizient wie eine 15%-Rampe. Ist nur viel lauter in der Dose…

Nach 67 km in Friesack bei Norma der erste CP. Selfie gemacht, weiter in den Wind und gen Norden. Außer dem blöden Wind war es aber meistens sonnig. Der nächste CP nach 124 km beim Kloster Heiligengrabe, sehr schön! Allerdings kein gastronomisches Angebot, also kurz ein Schnittchen verdrückt und weiter.

Abbildung 2: Beim Norma in Friesack. Christoph mit seinem schicken Pelso Brevet.

Das Wetter wurde leider schlechter. Bis Plau am See – nächster CP – kamen schon die ersten Schauer. Der erste war besonders kräftig, hier konnte ich mich halbwegs retten und rechtzeitig unter das Dach eines Norma retten. In Plau traf man sich bei Rewe. Die ersten Regensachen hingen schon zum Trocknen über den Rädern.

Abbildung 3: Plau am See. O nass is.

Die nächsten 40 km bis km 202 waren halbwegs trocken. Und dann folgte der Höhepunkt des Brevets: ein Szenemitglied der Berliner Randonneurszene – Till – lebt wohl dort am Woseriner See auf einem lauschigen Anwesen. Hier gab es ein Feuerchen, Getränk, ein sensationelles frisch gebackenes Brot und Schmalz dazu, Kuchen und Kaffee. Sensationell, Gartenparty trotz Aprilwetters. Mein Lieblings-Brevet-CP bisher. Toll, danke Till & Familie!

Dann kam eine lange Strecke. Erst zu km 296 mussten wir wieder in Ribnitz-Damgarten einchecken. Blöderweise hatte sich die Meute sehr zerstreut, sodass ich zunächst nicht kapierte, dass mit dem „Tankcenter“ die Aral-Tanke am Ortseingang gemeint war. Ich rollte erst mal vorbei und – na klar – erst mal ein Hügelchen runter, bis ich andere Randonneure traf, die mich aufklärten und ich zurück und den Dreckshügel wieder rauf musste. Nun ja. Was bleibt einem übrig.

Ribnitz-Damgarten ist aber schon so gut wie Ostsee! Ich nahm dann doch den Radweg auf dem Deich, bis auf ein Drängelgitter ging der gut fürs VM. Die Euphorie stieg ins Unermessliche, der Wind gefühlt auch. Und kurz vor Sonnenuntergang hielt ich kurz, latschte durch den Sand über die Düne an den Strand, und – da war sie, die Ostsee! Fast sturmgepeitscht, mächtige Wellen rollten rein, man mochte sich nicht lang aufhalten. Bei km 334 hieß es in Prerow am Hafen wieder einchecken. Bäh, wieder ein Schauer. Schnell weiter.

Abbildung 4: Da war sie, die Ostsee!

Um kurz nach 23 Uhr war ich dann bei km 351 in Barth. Dort musste wieder am Hafen eingecheckt werden. Mein Fahrzeugakku (für Beleuchtung, Blinker und Hupe) war schon sehr runter, also beschloss ich, eine nächtliche längere Pause einzulegen. Aber wo? Das Hotel am Platz reagiert um diese Zeit nicht mehr auf Anrufe, die Geldautomatenbuden machen inzwischen alle um 2300 zu. Dann kreiste ich so im Ort umher und sah einen Rentner mit Fahrrad. Ich sprach ihn an, ob er für mich und mein Mobilchen einen Unterstand wüsste. Er war vom Ort, hatte ein kleines Häuschen mittendrin mit Grundstück und Schuppen. Welchen er mir öffnete für die Nacht. War zwar viel Gerümpel und wenig Platz, aber das DF passte zu zwei Dritteln unters Dach und windgeschützt war das Plätzchen auch ganz gut. Ich war Herrn Wegner seeeehr dankbar! Im Schuppen kuschelte ich mich ins VM in meine Decke und ein paar mal bin ich trotz wenig freundlicher Temperaturen und stürmischen Schüttungen wohl doch eingeschlafen.

Abbildung 5: mein nächtliches Asyl

Abbildung 6: wo das Heck des Velomobils gerade genug rein ging, um unterm Dach zu sein.

Als um 0300 der Morgen graute, schien es tatsächlich aufgehört zu haben zu regnen, welch ein Glück. Das waren nämlich nicht mehr nur einzelne Schauer gewesen, das tobte heftigst! Um kurz nach halb vier machte ich mich vom Acker bzw. vom Schuppen und frühstückte erst mal in der freundlicherweise offenen Tankstelle. Sogar frisch gebackene Hörnchen waren schon da.

Weiter ging es auf sensationell menschenleeren Landstraßen bis nach Malchin. Au weia, die Beine! Autsch! Wie soll das funktionieren? Und dazu waren hier einige wenig steile aber laaaange Anstiege dabei. Und manchmal übelster Asphalt. Es gab immer mal wieder Moment, in denen ich das Gefühl hatte, zu stehen. Au weia. Die Abfahrten waren aber geil. Und so kam ich dann doch am nächsten CP an. Wieder eine Tanke mit grundlegendem gastronomischem Angebot. Einige Kollegen waren jetzt wieder hier, auch Andrea. Sie war in kurzer Hose unterwegs und das bei den inzwischen sehr polaren Temperaturen. Der Rest war aber alles nass, wie sie berichtete. Brevet ist halt auch Durchhalten, wenn’s blöd kommt.

Abbildung 7: Am Kummerower See, schön.

Jetzt wurde es landschaftlich richtig schön, die Strecke aber immer wieder hochgradig VM-untauglich. Zunächst mal sehr wellig am Kummerower See lang (das war noch vor Malchin), aber immerhin auf gutem Asphalt. Danach enterten wir den Nationalpark Müritz, wo es offensichtlich keine ausgebauten Straßen zu geben scheint. Plattenwege, wo das DF grade so auf die Spur passt, munter rauf und runter (warum geht das hier eigentlich so schwer??? Ach echt, 12,9%!!!) und wie oft so WTF-Brachialpflaster kam, habe ich nicht gezählt. Ein wie gesagt superschöner aber mega zäher Abschnitt. Beine gingen aber wieder, Pausen machen und ordentlich essen und trinken hilft.

Dann das nächste Fail: der Akku des Wahoo machte so langsam schlapp. In meiner Umnachtung hatte ich USB-C-Ladeinfrastruktur nur als Ladegerät für die Steckdose mit angewachsenem Ladekabel dabei. Dass das unterwegs leider nicht mit der Powerbank zu verwenden war, ging mir sehr viel zu spät auf. Deswegen musste ich in Ankershagen einen Zwangsstopp im dortigen Schliemann-Museum einlegen. Hier ab es aber Ladestationen für Pedelec-Akkus und ich konnte laden. Noch mal einen Kaffee eingeworfen, nett mit dem Betreiber geplaudert und dann konnte ich weiter. Beim nächsten CP, wieder eine Tanke in Mirow bei km 503 machte ich deswegen nur mein Selfie für die eBrevet-App und bin gleich weiter.

Abbildung 8: Am Schliemann-Museum in Ankershagen

Nur noch ein CP übrig! Das lief jetzt bis auf immer wieder schlechten Belag wieder etwas besser. In Herzberg war der CP eine größere Imbissbude. Unvorsichtigerweise bestellte ich eine große Portion Pommes. Die so unfassbar groß war, dass ich sie nicht mal schaffte! Kaum erwähnenswert, dass draußen mal wieder eine Schüttung runterging und das VM nicht unterm Dach stand. Das gab es dort nämlich leider nicht. WTF.

Aber dann, aber dann, ABER DANN!!!!! Das Ortsschild Berlin bei km 598 erreicht. Wahnsinn. Und gleich darauf die 6 vorne auf dem Kilometerstand. DIE SECHS!!!! Völlig durchflutet von körpereigenen Euphoriedrogen schwenkte ich um ca. 1800 in den Innenhof des Amstel House, natürlich einmal kräftig gehupt. Wahnsinn, geschafft! 617 km am Ende bei mir. Ein wahrlich episches Erlebnis.

Abbildung 9: Der Style völlig zerstört, die Fahrerin sehr glücklich: Am Ziel im Amstel House

Für die Finisher gab es Lasagne und Salat, sehr schön! Dann brach ich zu meinem Hotel auf, mit 12 Bonuskilometern, weil ich wegen vergessenem Drop Bag noch mal zurückmusste. Sport macht doof…

Edit: Die ersten Bilder sind eingetroffen, hier von Uli:

Uli schreibt dazu: Den Wind und den dauernden Regen, nachmittags, abends und die ganze Nacht durch habe ich weniger festgehalten, damit die Hände am Lenker bleiben. Das war schon echt krass. Dafür hatten wir am Sonntag Glück! Erst als wir am Amstelhaus angekommen waren und unser Zielfoto gemacht hatten, brach es aus den Wolken hervor. Unterwegs konnten wir sehen, wie wir immer um den Regen herumgefahren sind. Kleiner Dialog zum Wind von unterwegs: Jens: „Wir haben ja schon seit einer Weile herrlichen Rückenwind!“ Ich gebe nach hinten zurück:“Wenn Du Dir die Fahnen dort anschaust, haben wir klaren Gegenwind.“ Fazit: allein schon WENIGER Gegenwind fühlte sich wie Rückenwind an! 😁

Ein riesiges Dankeschön an Till und seine Familie für seine großartige Gastfreundschaft! Es gab sogar einen Föhn, mit dem sich jemand die Schuhe und Socken trockengeföhnt hat. Lang wird es nicht gehalten haben…

Und allein die Bilder an der Ostsee waren es allemal wert!

Und hier die Bilder von Christoph:

Fotos von Arne:

Fotos von Til:

Und das obligatorische Video von Stephan.

400-1 Nachlese

Fast alle haben die Strecke erfolgreich gemeistert, herzlichen Glückwunsch! Höhepunkte waren wohl das Ortseingangsschild von Rom und der spektakuläre Anstieg zum Ruhner Berg. Einige fanden die Strecke etwas reizarm, aber die meisten waren offensichtlich zufrieden. gelungen fanden viele die Einfahrt nach Berlin über die B5 und den Bruhnsbüttler Damm, wo abends/nachts wenig Verkehr und Ampeln gestört haben.

Denkt bitte daran, eventuell fehlenden Kontrollfotos bis zum 15.5.26 an ara-berlin-brandenburg(ät)gmx.de zu schicken, sonst kan keine Homologation erfolgen.

Stephan hat ein Video geteilt.

Micha, mit dem (und mit Nina und Tatjana und Maia und Uli, danke für die nette Gesellschaft!) ich erstaunlicherweise 400km harmonisch zusammen gefahren bin hat auch wieder was aufgeschrieben, was ich nicht vorenthalten möchte:

400er Brevet – Berlin – Rom – Berlin (Und nein, nicht das Rom mit Pizza, Papst und Kolosseum – sondern das kleine, feine Rom in Mecklenburg-Vorpommern.)

400 Kilometer. Einmal Berlin–Rom–Berlin. Klingt erstmal nach großer Weltreise. Bevor jetzt wieder einer klugscheißt: Nein, wir sind nicht bis zum Vatikan gerollt. Gemeint ist das beschauliche Dorf Rom in Mecklenburg-Vorpommern. Reicht auch völlig – 400 Kilometer tun nämlich überall weh.

Los ging’s um ungefähr 7:50 Uhr in Berlin Moabit.  An meiner Seite: mein neuer Flügelmann Sascha – seit dem letzten 300er Brevet ein perfekter Begleiter. Zu unserem Zweierteam gesellten sich diesmal noch Falk und Nina. Bewölkter Himmel, Temperaturen zwischen 5 und 15 Grad. Also typisch norddeutsches „Na ja, geht so“-Wetter. Aber hey: immerhin war der Wind gnädig und schob uns auf den ersten 200 Kilometern freundlich von hinten an.

Die Route führte uns über Alt Ruppin, Rheinsberg, Röbel, Malchow in das legendäre Rom ohne Vatikan etc. Weiter nach Parchim, über die Ruhner Berge, dann nach Bad Wildsnack, Friesack und schließlich zurück nach Berlin. Einmal große Runde durch Brandenburg, Mecklenburg Vorpommern und ein bisschen Sachsen Anhalt– mit ein paar fiesen Überraschungen.

Die ersten Kilometer aus Berlin raus waren vor allem eins: Ampeltraining. Nicht die Beine waren heiß, nicht die Reifen – sondern die Bremsscheiben. Gefühlt jede zweite Kreuzung rot. Aber irgendwann hatten wir die Stadt hinter uns und konnten endlich Tempo aufnehmen.

Richtung Alt Ruppin rollten wir dann schön gleichmäßig vor uns hin. Solides Brevet-Tempo – zügig, aber nicht komplett bekloppt. In Alt Ruppin verabschiedete sich Falk, dafür stießen Maja und Ulli vom RTC zu uns. Die Gruppe wuchs, das Tempo blieb stabil.

Und dann kam diese Strecke, die man beim Radfahren einfach liebt: Radwege durch Wälder, Felder, Seenlandschaften – weit weg von Verkehr. Ein echtes Träumchen. Orte wie Rheinsberg, Röbel und das wunderschöne Malchow flogen nur so an uns vorbei. Ein bisschen schade war nur, dass in Malchow keine Kontrollstelle war – ausgerechnet dort kam nämlich die Sonne raus.

Weiter ging’s teilweise entlang größerer Straßen auf Radwegen, die… sagen wir mal… okay waren. Der Hintern hatte jedenfalls noch kein offizielles SOS gesendet. Also alles im grünen Bereich.

In Rom – das in MeckPom – angekommen gab es natürlich das obligatorische Ortsschildfoto. Muss sein. Sonst glaubt einem ja keiner, dass man wirklich in Rom war.

Danach steuerten wir Parchim an und gönnten uns eine längere Pause beim Pizza Express. Rückblickend… na ja. Hätten wir vielleicht doch noch zwei Ecken weiter fahren sollen. Aber gut – Brevet ist kein Sterne-Restaurant-Test.

Frisch gestärkt ging’s weiter Richtung Ruhner Berge. Und da wurde es dann kurz ernst: etwa 1,7 Kilometer Anstieg, stellenweise 8 %, dazu Kopfsteinpflaster. Also genau die Sorte Strecke, bei der man kurz überlegt, ob man sich nicht doch ein anderes Hobby suchen sollte. Aber machbar – wir haben schon schlimmere Rampen gesehen.

Landschaftlich war das Ganze allerdings ein echtes Highlight: Felder, Kühe, Weite. Ostdeutschland von seiner schönsten Seite.

Hier trennten sich dann erstmal unsere Wege. Ulli musste einen Schlauch wechseln und Maja wartete bei ihm. Wir verabredeten, dass wir langsam weiterrollen und uns an der nächsten Kontrolle wieder treffen.

Und dann passierte eine dieser kleinen Brevet-Momente, die man nicht vergisst:Wenn plötzlich den ganzen Nachmittag über 100 Fahrräder durch verschlafene Dörfer rollen, gucken die Leute natürlich. Eine kleine Fünfjährige brüllte über den Gartenzaun:„Mamaaaa! Was ist denn heute hier los?!“
Wir konnten vor Lachen kaum noch treten.
Ich merkte dann langsam, dass der Körper auch ein Wörtchen mitreden will. Beine schwer, Schulter und Nacken melden sich. Noch kein großes Jammern – eher so ein leichtes „Mimimi“ auf niedrigem Niveau.

Also weiter Richtung Elbe. Ulli und Maja hatten offensichtlich einen richtig guten Tag und zogen in ihrem Tempo weiter. Der Sonnenuntergang auf dem Deich war dann allerdings wieder so ein Moment, der alles wettmacht. Goldener Himmel, ruhige Landschaft – und wir mittendrin auf dem Rad.

Nur meine Kräfte wurden langsam weniger. Jetzt rächte sich das zügige Anfangstempo. Vorne fahren konnte ich nur noch kurz. Ein riesiges Dankeschön an Sascha und Nina fürs Ziehen.
In Friesack stieß dann noch Tatjana zu unserer kleinen Gruppe. Aber bei mir wurde es langsam unerquicklich: Kälte, Magen, Hintern Nacken Schulter – alles meldete sich gleichzeitig. Die Kombi macht’s.
Zum Glück war Berlin nicht mehr weit.
Also zu viert weiter – mit vereinten Kräften. Ich inzwischen offiziell Schlusslicht der Truppe. Aber: Die Straßen waren plötzlich traumhaft. Kein Kopfsteinpflaster, keine Flickenteppiche, kein Buckelchaos. Einfach feiner Asphalt. Mein Hintern hat sich dafür persönlich bedankt.

An der letzten Kontrolle kam dann doch das große Mimimi. Spandau S-Bahn war kurz eine ernsthafte Option. Aber meine drei Mitstreiter hatten andere Pläne: Riegel in die Hand gedrückt, Kaffee hinterher – „Weiter jetzt!“
Und sie hatten recht.
Die Einfahrt nach Berlin war überraschend entspannt. Für so einen langen Tag vermutlich die beste Zielanfahrt, die man haben kann: wenig Verkehr, kaum rote Ampeln, einfach rollen lassen.

Nach 400,2 Kilometern erreichten wir gegen 2 Uhr nachts das Ziel.
Ich? Komplett im Eimer.
Also wirklich komplett.
Aber auch glücklich.
Und vor allem dankbar für dieses Team.
Das Finisherbier stand auch bereit – aber selbst das habe ich nicht mehr ganz geschafft.

Fazit:
400 Kilometer.
Ein phantastisches Team das 🫶🫶🫶 bekommt.
Ein bisschen Leiden.
Sehr viel Lachen.
Großartige Landschaft.
Und genau diese verrückten Momente, wegen denen man immer wieder bei so einem Brevet startet.

Berlin – Rom – Berlin. War episch.

Zweiter 200er nach Bad Belzig 2026

Herzlichen Glückwunsch an alle, die es zurück ins Amstel House geschafft haben, vor allem an diejenigen, die zum ersten Mal (bei uns) 200km gefahren sind!

Auf dem Hinweg nach Bad Belzig hat uns der Wind etwas geqält, umso schöner war der Rückweg. Das Wetter war auch besser als angesagt, nur zum Schluss hin gab es für die späten Fahrer/innen etwas Regen. Die Nachbesprechung im Amstel war auch wieder sehr lustig.

Wer Fotos, Videos oder Berichte teilen möchte, gern her damit!

Noch ein paar Anmerkungen:
Im Amstel House wurden an der Rezeption ein paar Kopfhörer und eine Sonnenbrille abgegeben.

Für alle Brevets gilt:
Wer doch noch zur Sicherheit eine gelbe Brevetkarte braucht, sollte sie vorab bei uns bestellen (einfach Mail schreiben). Wir haben die normalerweíse nur abgezählt dabei. Kostet 2€ extra, bitte am Start passend bezahlen.

Wer mit Ebrevet (Standard) fährt, möge sich vorab mit der App vertraut machen. Bei dem Gewusel am Start haben wir nicht die Zeit, euch bei der Einrichtung der App zu unterstützen. Bei Fragen oder Problemen fragt bitte andere (erfahrene) Teilnehmer/innen. Die helfen gern. Wenn Ebrevet euren Standort nicht ermitteln kann, prüft, ob ihr in einer anderen Karten-App den Standort ermitteln könnt. Standortfreigabe muss für Ebrevet aktiviert sein. In manchen Situationen hat es geholfen, die App komplett zu schließen und erneut zu öffnen. Mehr Support können wir da auch nicht geben.

Auf einigen Abschnitten lagen Bananenschalen, Riegel- und Gelverpackungen rum. Das geht gar nicht! Wenn wir sowas beobachten, führt das zum Auschluss von der Veranstaltung, bzw. zur Nichterteilung der Homologation. Das gilt auch für die Einhaltung von Verkehrsregeln. Wir bitten alle, auf solches Verhalten zu achten und mit gutem Beispiel voran zu gehen.

Wir freuen uns auf die kommender 300er!

Stephan teilt sein Video

Und Micha war auch wieder kreativ:

200 km Brevet – Berlin

🚴‍♂️
☀️

Manche Städte wachen mit Regen auf.

Berlin wacht mit Sonne auf.

Kurz nach sieben geht’s los am Amstel. Die Stadt streckt sich, die Straßen sind noch leer, der Kaffee wirkt gerade erst – und wir rollen schon Richtung Potsdam. Genau so muss ein Brevet beginnen.

Mit Thomas K. an der Seite. Der Plan: locker starten.

Die Realität: Rennrad gegen Gravelbike.

Sagen wir mal so… ich war von Anfang an gut beschäftigt. 😅

Tempo hoch, der Wind natürlich von vorne 🌬️ – wie immer bei solchen Tagen. Aber die Strecke… ein Traum. Brandenburg zeigt sich von seiner schönsten Seite: weite Felder, lange Straßen, Wälder, kleine Dörfer und dieser Himmel in tiefem Blau.

In Potsdam dann ein kurzer Moment Demut: Als gebürtiger Brandenburger habe ich den Boden der Stadt kurz persönlich begrüßt. 😅

Alles halb so wild – weiter ging die Jagd.

Kilometer für Kilometer zog die Landschaft vorbei.

Bei km 65 kam Jörn dazu und aus zwei Fahrern wurde ein kleines, schnelles Kleeblatt 🍀.

Und dann kam der Moment, den jeder Radfahrer liebt:

Der Wind dreht. Rückenwind.

Plötzlich laufen die Räder wie von selbst.

40 km/h, breite Grinsen im Gesicht und dieses Gefühl, über den Asphalt zu fliegen. 🚀

Das kulinarische Highlight wartete in Dörbikow:

Bratwurst, Bouletten, Nudel- und Kartoffelsalat – alles selbst gemacht. 🤤

Wenn Kontrollen immer so wären, würden Brevets doppelt so viele Teilnehmer haben.

Die letzten 50 km wurden nochmal zäh. Der Wind hatte wieder neue Ideen und kam zurück auf die Nase. Klassiker.

Aber nach knapp sieben Stunden rollten wir wieder am Amstel ein. Müde Beine, breites Grinsen – und das obligatorische Finisher-Getränk in der Hand. 🍻

200 km.

Sonne.

Rückenwind-Momente.

Viele persönliche Rekorde.

Und vor allem großartige Menschen auf der Strecke.

Danke an Thomas und Jörn – und an alle, die diesen Tag zu dem gemacht haben, was er war.

Ein epischer Brevet-Tag in Brandenburg. 🚴‍♂️🔥

Erster 200er zu Benno (und 200-2)

Trotz des noch sehr spärlichen Grüns war es eine schöne Runde zum Jahresauftakt, vor allem dank der mal wieder tollen Kontrolle bei Benno ( & Family + Friends).

Einige wurden durch Platten geärgert, aber die meisten sind gut durchgekommen. Vielen Dank für euren Zuspruch!

Hier eine Rückmeldung von Benno:

Wir haben euren Besuch und den Trubel in unserem sonst eher ruhigen Dorf wieder voll genossen! Eine Sache haben wir nicht optimal umgesetzt. Das Spendenglas stand nicht immer direkt neben den Tafeln mit der Info, wofür die Spenden sein sollten. Das haben vielleicht nicht alle zusammengebracht. Nicht für uns und die Kontrolle waren die Spenden gedacht, wir machen das gerne einfach so, sondern für das Werkstatt- und Fahrradkaffee! Unser Kleiner Verein „Handkunst e.V.“ betreibt den Selbsthilfe- und Dorftreffpunkt seit 1 1/2 Jahren. Alle Dorfies und Gäste, jung und alt kommen zusammen, trinken Kaffee, essen Kuchen und reparieren zusammen was repariert werden kann. Am häufigsten Fahrräder. Dabei passiert viel Gesellschaftspflege, ähnlich wie beim Brevetfahren. Ich hoffe es ist in aller Sinn, das Geld dafür zu verwenden ( Ersatzteile, Werkzeuge etc.). Wir danken allen sehr dafür! Es sind über 400 € zusammengekommen!

Hier noch ein paar Fotos von Georg:

200-2 am 28.3.2026:

Momentan werden die Mails mit den Details und Track zum zweiten 200er verschickt. Auch dieser ist mehr als ausgebucht. Kommt also bitte nicht unangemeldet zum Amstel! Und denkt bitte unbedingt an das Absagen, wenn ihr doch nicht teilnehmen könnt, je früher, umso besser! Da es beim Start immer etwas hektisch zugeht, helft euch bei bei Fragen (z.B. zu Ebrevet) auch untereinander, viele sind ja bereits alte Hasen und können Tipps geben. In Berlin fahren nämlich ausschließlich nette und hilfsbereite Leute mit. Denkt bitte an Licht, Warnweste und Helm!

Update zur Anmeldung (und Vollmond)

Seit gestern ist endlich die Anmeldung geöffnet und es funktioniert offensichtlich alles reibungslos. Der Andrang ist enorm, größer als in allen Jahren davor. Der 400er war gestern schon ausgebucht, der 600er zum Darß ist ebenfalls voll. Bei den anderen Brevets gibt es noch einige Restplätze. Allein FLINTA*-Brevet und Rübezahl können noch mehr Zulauf vertragen.

Es war natürlich zu erwarten, dass jetzt die Fragen nach Wartelisten kommen.

Aber: Um es einfach zu halten, ist das Konzept so, dass die Anmeldung jeweils für 130 Teilnehmerinnen geöffnet bleibt, mit dem Ziel, dass davon zum Starttermin tatsächlich 90 Teilnehmer am Start stehen. Dies hat in den letzten Jahren gut funktioniert. 90 Leute sind aus organisatorischen Gründen die Obergrenze pro Brevet. Anders formuliert: bei den 130 Startplätzen sind schon 40 Wartelistenplätze enthalten! Es steht Euch natürlich frei, per Mail Interesse an einem Startplatz zu bekunden. Ich speichere das ab, und für den unwahrscheinlichen Fall, dass die Anmeldezahlen durch Absagen auf unter 90 fallen, prüfen wir, was möglich ist.

Es ist natürlich unschön, dass wir die enorme Nachfrage an unserem Startort nicht ausreichend bedienen können. Unsere Ressourcen sind aber an mehreren Stellen begrenzt. Wir machen uns aber Gedanken, was es für Möglichkeiten gibt, die Situation im kommenden Jahr zu verbessern.

In dem Zusammenhang finden wir es sehr egoistisch, dass einige Interesseninnen sich für mehrere Brevets einer Streckenlänge angemeldet haben, obwohl eindeutig kommuniziert war, dass pro Teilnehmer nur ein Brevet pro Streckenlänge gebucht werden kann. Innerhalb einer Anmeldung haben wir das verhindert, aber dass es bei einer zweiten Anmeldung funktioniert, haben wir offensichtlich nicht ausreichend technisch abgefangen.

Die Leute, die sich angesprochen fühlen, teilen mir bitte (bbrandonneure(ät)gmail.com) bis Mittwoch, den 5.2.26 mit, welche Brevetanmeldung gelöscht werden kann. Ansonsten lösche ich die zweite Anmeldung.

Für die Statistikfans: 19% der Angemeldeten wollen mit der klassischen gelben Brevetkarte fahren. Das erscheint relativ viel, da sich die elektronische Variante doch relativ gut bewährt hat.
Momentan haben wir einen Frauenanteil von 17%. Das ist erfreulich und eine deutliche Verbesserung gegenüber den letzten Jahren. Aber natürlich ist das weiter ausbaufähig!

Medaillen: Die Medaillen für die vergangene saison sind inzwischen komplett bei Ingo angekommen und werden momentan eingetütet und verschickt. Ingo legt nochmal eine Info mit de Bankverbindung bei, für alle, die ihre Medaillen noch nicht bezahlt haben. Also, in den Briefkasten gucken lohnt sich wieder!

Und zu guter Letzt ist heute auch noch Vollmond. Der Vollständigkeit halber hier Treffpunkt und Strecke für die ganz unerschrockenen. Aber bedenkt, dass die Notaufnahmen jetzt schon überlastet sind.

Treffpunkt: 1.2.26, also heute, 19:00 Uhr am S-Bahnhof Grünau (bei der Straßenbahnhaltestelle)

Start
Download file: Vollmond_03.gpx

An der Spreebrücke bei Mönchwinkel ist wieder kurze Pause für ein schnelles Getränk (selber mitbringen). auf dem Rückweg optional noch über den Müggelberg. Endpunkt des Tracks ist der S-Bhf. Köpenick. Ohne Anmeldung, ohne Startgeld, einfach pünktlich sein und Spaß haben!